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Kitsch auf Kufen: Zuschauer bei "Holiday on Ice" in Trier begeistert

Keine tiefgründige Inszenierung, aber gute Unterhaltung:

(Trier) Eine Liebesgeschichte, bunte Kostüme, eine Eislaufshow mit Schnelligkeit und Eleganz, Lichteffekte, Musik und Gesang, das sind die Zutaten für einen kurzweiligen Abend bei "Holiday on Ice" mit dem Stück "Believe" in der Arena. Die rund 1000 Zuschauer zeigten sich begeistert von der Aufführung.

19.02.2016
Nora John
Die Geschichte erzählt von der Liebe zweier Menschen, die eigentlich nicht zueinander passen. Sie aus der Oberschicht, er ein Arbeiter. Dennoch, anders als bei Shakespeares "Romeo und Julia", überwindet die Liebe alle Grenzen und Hindernisse.

Diese Romanze bildet den Handlungsrahmen für die Aufführung von "Holiday on Ice" in der Arena in Trier. Und das geschieht in wirklich opulenten Bildern. Die 34 Eisläufer bieten eine temporeiche Show mit vielen Sprüngen, Hebefiguren oder Pirouetten.

Das Bühnenbild im Hintergrund deutet an, in welcher der Welten sich die Handlung gerade abspielt. In der Unterwelt, der Fabrik, tanzen junge Männer mit Arbeiterhosen und ärmellosen Shirts auf dem Eis. Sie schwingen zeitweise Hammer oder Spitzhacke. Im Hintergrund sieht man Funken sprühen. Die Hauptperson der Unterwelt ist schnell auszumachen, er trägt als Einziger eine gelbe Arbeiterhose.

In der Oberwelt, in der die weibliche Heldin zu Hause ist, dominieren bunte Kleider bei den Damen und ebenso bunte Anzüge bei den Herren. Die Heldin trägt Gelb, so dass sie natürlich auch farblich mit dem Auserwählten harmoniert.
Die Lichteffekte tragen ein Übriges zum Gelingen der Show bei. Das Publikum klatscht begeistert, als der Moment der ersten Begegnung der beiden Liebenden kommt. Herzschlaggeräusch, es wird dunkel, rote Lichtherzen pulsieren. In der folgenden Tanzszene sieht man nur die farblich wechselnden Lichter an den Kostümen der Eisläufer, was sie wie tanzende Roboter erscheinen lässt.

Romantik pur

Eine weitere akrobatische Einlage kommt auch gut an. Diesmal ist es eine Artistin ohne Schlittschuhe, die an einer Stange turnt, während um sie herum Wasser in einen Brunnen regnet.

Regisseur und Choreograf der Show ist Christopher C. Dean, Weltmeister, Europameister und Olympiasieger im Eistanz mit seiner Partnerin Jayne Torvill in den 1980er Jahren. Mit ihrer Darbietung des Boléro-Tanzes halten sie bis heute den Rekord mit der höchsten Bewertung. Und dieser Boléro darf natürlich auch bei der "Holiday on Ice"-Show nicht fehlen. Dabei schwingt das Liebespaar, das anders als bei "Romeo und Julia" dann doch zusammenfindet, an einem roten Tuch auf und ab. Romantik pur für alle diejenigen, die es mögen. Begleitet wird die Show mit dem Gesang der "X-Factor"-Finalisten Nica und Joe. Damit auch jeder der Geschichte folgen kann, spricht Moderatorin Sylvie Meis als Liebesengel aus dem Off.

Wer bei dieser Show tiefgründige Kultur erwartet, ist verkehrt. Wer aber einen unterhaltsamen leichten, mitunter auch etwas kitschigen Abend verbringen möchte, der bekommt alles geboten, was eine gute professionelle Show ausmacht.

Die Show läuft noch am Samstag, 20. Februar, um 13, 16.30 und 20 Uhr sowie am Sonntag, 22. Februar, um 13 und um 16.30 Uhr.

 

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