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Multimediaspektakel als Abschluss: Thrillerautor Sebastian Fitzek stellt "Das Paket" beim Eifel-Literatur-Festival vor

(Bitburg) Berlin, Dresden, Bitburg: Bei seiner Jubiläumstour hat Deutschlands erfolgreichster Thrillerautor Sebastian Fitzek am Samstagabend Station in der Bierstadt gemacht. 810 Zuschauer verfolgten sichtlich begeistert die Show, die im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals in der Stadthalle gezeigt wurde.

02.11.2016
Bitburg. Wer am Samstagabend von außen einen Blick in die Bitburger Stadthalle geworfen hat, mag sich gewundert haben. Da stellt der Meister des Gruselns seinen neuen Thriller vor - und die Leute halten sich den Bauch vor Lachen. Der Bestsellerautor hat mittlerweile 15 Bücher geschrieben mit einer Auflage von sechs Millionen Stück, gedruckt in 24 Sprachen.

Eifel Literaturfestival 2016


Sein erstes Buch "Die Therapie" startete mit einer Auflage von 4000 Stück, zu den Lesungen kamen zehn bis zwanzig Zuhörer. Das ist mittlerweile anders. "Die Karten für Fitzek waren bei Ticket-Regional innerhalb von zwei Stunden weg", sagt Josef Zierden, Organisator des Eifel-Literatur-Festivals.

"Ich trete in 22 Städten auf, nirgends war die Tour so schnell ausverkauft wie hier in Bitburg", sagt Fitzek, der gutgelaunt durch den Abend führt. Und der toppt an Aufwand so ziemlich alles, was bislang beim Eifel-Literatur-Festival zu sehen war. Mit Tourbus und Sattelzug (16 Meter lang, 40 Tonnen schwer) reist Fitzek von Stadt zu Stadt. Im Gepäck hat er seinen gerade erschienen Thriller "Das Paket" und die Band Buffer Underrun, die für dieses Ereignis eigens einen Soundtrack komponiert hat, der live aufgeführt wird, während Fitzek liest. Dann wabert Nebel um ihn herum, während ein Spot in der Dunkelheit den Autor in Szene setzt.

Auf einer großen Leinwand werden die Räume gezeigt, in denen die Szenen spielen - parallel läuft das Kopfkino: Man stellt sich vor, wie die Psychiaterin Emma, betäubt durch den Inhalt einer Spritze, dem Eindringling in ihrem Zimmer wehrlos ausgesetzt ist. Als Jahre später ein Postbote die Gepeinigte bittet, ein Paket anzunehmen für einen Nachbarn, von dem sie noch nie gehört hat, zögert sie nicht. Und öffnet so dem Alptraum erneut die Türe. Zurück nach Bitburg. Dort gibt es zwischendurch immer wieder Pause für die strapazierten Nerven.

Fitzek erzählt Anekdoten von den Anfängen seiner Karriere, zeigt Fotos aus der Kindheit. Wenn dann beinahe 810 Zuschauer beim Karaokeeinsatz begeistert mit ihm zusammen den Refrain schmettern "Fitzek, who the fuck is Fitzek" (frei nach dem Lied: Alice, Who the Fuck Is Alice?) kratzt man sich doch etwas verwundert den Kopf und fragt sich, ob er da nicht vielleicht etwas übers Ziel hinausgeschossen ist. Doch viel zu schnell endet der kurzweilige Abend mit einer perfekt inszenierten Show und dem beeindruckenden Spiel der Band Buffer Underrun. sn