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Profis und Laien auf einer Bühne

Ensemble Kreuz & Quer arbeitet mit Theatertänzern - Premiere von "Traumspiel" am Dienstag

(Trier) Die studentische Theatergruppe Kreuz & Quer führt am Dienstag, 18. November, erstmals ihr neues Stück "Ein Traumspiel" von August Strindberg im Kasino am Kornmarkt auf. Die Laientruppe wird dabei von Profitänzern des Stadttheaters unterstützt. Eine lohnende Kooperation für beide Seiten.

13.11.2014
Stefanie Braun
Trier. "Wir könnten uns auch vor sie knien und die Arme über den Kopf heben", schlägt eine Darstellerin der Theatergruppe Kreuz & Quer vor. Mit ihren Kollegen probt sie gerade das neue Stück der Gruppe, "Ein Traumspiel", das am Dienstag, 18. November, Premiere im Kasino am Kornmarkt feiern wird. Mit der Geste soll nicht nur ein künstlerisches Statement gesetzt, sondern auch ganz praktisch kaschiert werden, wie Marc-Bernhard Gleißner seine Schauspielkollegin Fiona hochhebt. Während dieser Sequenz werden auch Tänzer des Trierer Stadttheaters auf der Bühne dabei sein.
Strindbergs Drama ist eine Geschichte über Himmel, Erde, Hölle und Fegefeuer. Agnes, die Tochter des indischen Gottes Indra, beschließt darin, zu den Menschen hinabzusteigen - und erlebt viele Enttäuschungen. Die Premiere steht kurz bevor, dennoch wird jede Idee ausprobiert und diskutiert. Immerhin sollen am Schluss alle hinter dem stehen, was sie zusammen auf die Beine stellen.
Für die Gruppe, die nun seit zehn Jahren in Trier besteht, ist die ausführliche Diskussion eine Selbstverständlichkeit. Profis wie René Klötzer, Susanne Wessel und Robert Seipelt kennen diesen Luxus eher weniger, denn in sechs Wochen Probenarbeit am Theater Trier gibt es selten Zeit für Diskussionen zwischen Regisseur und Darstellern.
Klötzer, Wessel und Gleißner kennen sich bereits aus einer gemeinsamen Zusammenarbeit im Tuchfabrik-Projekt "Strahlender Untergang". Schnell war auch der Wunsch da, einmal im Rahmen der Theatergruppe zusammenzuarbeiten. Im Sommer wurden bereits Performances des Trierer Tanztheater-Ensembles in das Programm des Grafiti-Festivals studentischer Theatergruppen aus der Großregion integriert.
Nun haben sich die Profis erneut mit der Laiengruppe zusammengetan. "Obwohl man bei Kreuz & Quer kaum noch von einem Laientheater sprechen kann", urteilt Tänzer René Klötzer. Mit Robert Seipelt und Susanne Wessel erarbeitete er Tanzparts, die ganz bewusst einen Kontrast zu dem Schauspiel darstellen sollen. Dabei choreographieren sie nur wenig, es wird viel improvisiert: "Alles, was auf der Bühne passiert, passiert im Jetzt."
Von der Zusammenarbeit haben beide Seiten profitiert: Von Spaß und Überraschungen, von gegenseitiger Professionalisierung, Respekt und Neugier sprechen die Künstler.
Vor wenigen Tagen haben sich alle zur ersten gemeinsamen Probe getroffen, um ihre verschiedenen Parts abzustimmen, vor allem in den Szenen, in denen Tänzer und Schauspieler gemeinsam auf der Bühne stehen. "Mit dem Tanz haben wir eine neue Ebene zu unserem Schauspiel hinzugefügt", sagt Julia Morgens, die den kreativen Bereich bei Kreuz & Quer leitet. Der Tanz sei ein Novum für das Ensemble, ebenso der integrierte Gesang und die neue Location am Kornmarkt. "Durch die Verbindung von Trinken, Essen und Theater bekommt das ganze ein Zwanziger-Jahre Flair", freut sich Sabine Lamberty, die Kreuz & Quer gemeinsam mit Alexander Kotz anführt. "Es ist auch ein Experiment, wie die Zuschauer darauf reagieren", sagt Regisseur und Dramaturg Gleißner. "Aber wir experimentieren sowieso mit allem in jedem Stück aufs Neue."
Premiere von "Ein Traumspiel" am Dienstag, 18. November, 19 Uhr, im Kasino am Kornmarkt in Trier: Weitere Aufführungen: 20. und 24. November sowie 4. Dezember, jeweils 19 Uhr. Karten: Telefon 0176/72659500 und s1alkotz@uni-trier.de

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