ausallerwelt/kultur

Scharfer Beobachter, humorvoller Sprachspieler

Jan Weiler kommt mit neuen Kolumnen zum Eifel-Literatur-Festival

(Bitburg) Wenn der Schriftsteller und Journalist Jan Weiler im Mai nach Bitburg zum Eifel-Literatur-Festival kommt, wird Humor groß geschrieben. Der Autor des auch verfilmten Bestsellers "Maria, ihm schmeckt’s nicht", bringt lustige Alltagsgeschichten mit. Im Fokus seiner genauen Beobachtung und pointierten Beschreibung steht diesmal das "Reich der Pubertiere."

18.01.2016
Anke Emmerling
Bitburg. Den Namen Jan Weiler verbinden wohl die meisten zuerst mit dem Titel "Maria, ihm schmeckt’s nicht". Das 2003 erschienene Buch um die italienische Sippe von Weilers Ehefrau war sein Debütroman und sein bislang größter Erfolg. Zwei Jahre später entschied er sich für ein Leben als freier Schriftsteller. Neben Romanen verfasst der 49-Jährige Kolumnen, Reisetagebücher, Drehbücher, Hörspiele und gelegentlich auch Reportagen.

Eifel-literatur-festival 2016


Erfahrungen mit dem Schreiben hat er von der Pike auf gesammelt. Schon während seiner Schulzeit in Meerbusch bei Düsseldorf arbeitete er als freier Mitarbeiter für die Westdeutsche Zeitung. Danach ging er als Werbetexter in eine Düsseldorfer Agentur und schrieb Funk- und Fernseh-Spots für namhafte Unternehmen. Ab 1993 besuchte er die Deutsche Journalistenschule in München, wo er heute auch als Dozent wirkt. Anschließend stieg er bis in die Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung auf.
Was immer Jan Weiler schreibt, kommt gut an. Seine Bücher, darunter weitere Erfolge wie "Antonio im Wunderland" und "Berichte aus dem Christstollen", haben bisher eine Gesamtauflage von mehr als drei Millionen Exemplaren erreicht. Beliebt sind seine Kolumnen "Mein Leben als Mensch", die er seit 2007 wöchentlich erst im stern, dann in der Welt am Sonntag, auf Bayern 2 und seit 2015 auf seiner Webseite veröffentlicht. Als Autor, in dessen Werk sich Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbindet, erhielt er im Januar 2011 den Ernst-Hofrichter-Preis der Stadt München.

Menschen wie du und ich


Ein Geheimnis seines Erfolgs ist, dass er mit seinen immer wiederkehrenden Protagonisten aus Familie und Nachbarschaft Identifikationsmöglichkeiten bietet. Jeder Leser kann sich selbst, seine eigenen Erfahrungen oder so manchen ihm bekannten Zeitgenossen wiederfinden. Jan Weiler ist Alltagschronist, seine Geschichten sind lebensnah.
Sie bestechen zudem durch ironische Überzeichnung und einen dramaturgischen Aufbau mit überraschenden Wendungen und Pointen. Einen Bestseller für die ganze Familie landete er mit dem Kolumnenband "Das Pubertier" (2014), in dem er den ganz normalen Wahnsinn des familiären Zusammenlebens mit der pubertierenden Tochter Carla beschrieb. Nun ist auch sein Sohn Nick ins kritische Alter und damit die Fortsetzung dieser Geschichten gekommen. Unter dem Titel "Im Reich der Pubertiere" ist sie druckfrisch auf dem Markt. Am Freitag, 13. Mai, wird Jan Weiler sie in Bitburg beim Eifel-Literatur-Festival vorstellen.
Extra
20 Autoren lesen beim Eifel-Literatur-Festival 2016; die ersten 14 Veranstaltungen gibt es von April bis Juli. Der TV stellt die Autoren und ihre Werke in den nächsten Wochen vor (in unserer Gesamtübersicht ist der Name des jeweiligen Autors blau gefettet). A bedeutet ausverkauft. Nele Neuhaus, Freitag, 15. April, 20 Uhr, Stadthalle Bitburg (A) Pater Anselm Grün, "Was der Seele gut tut", Donnerstag, 21. April, 20 Uhr, Aula der ehemaligen Hauptschule in Prüm (A) Dora Heldt, Freitag, 29. April, 20 Uhr, Forum, Daun Felicitas Hoppe, Dienstag, 3. Mai, Haus Beda, 20 Uhr, Bitburg Horst Evers, "Alles außer irdisch", Mittwoch, 11. Mai, 20 Uhr, Aula, Hauptschule Prüm Jan Weiler, "Im Reich der Pubertiere", Freitag, 13. Mai, 20 Uhr, Stadthalle Bitburg Leslie Malton, "Brief an meine Schwester", Freitag, 20. Mai, 20 Uhr, Aula, Hauptschule Prüm Giulia Enders, "Darm mit Charme", Samstag, 21. Mai, 20 Uhr, Stadthalle Bitburg Anne Weber, Dienstag, 24. Mai, 20 Uhr, Haus Beda, Bitburg Manfred Lütz, Donnerstag, 2. Juni, 20 Uhr, Aula der ehemaligen Hauptschule Prüm Ulla Hahn, "Spiel der Zeit", Freitag, 3. Juni, 20 Uhr, Haus Beda, Bitburg (A) Kirsten Boie, Freitag, 3. Juni, 10.30 Uhr, Aula St. Matthias-Gymnasium Gerolstein (A) Friedrich Christian Delius, Freitag, 24. Juni, 20 Uhr, Haus Beda, Bitburg Max Moor, "Als Max noch Dieter war", Freitag, 8. Juli, 20 Uhr, Cusanus-Gymnasium, Wittlich Literaturherbst: Bereits ausverkauft sind die Veranstaltungen mit Sebastian Fitzek (29. Oktober) und Anselm Grün (6. Oktober). Karten für alle Veranstaltungen gibt es im TV-Service-Center Trier, unter 0651/7199-996 sowie im Internet auf www.volksfreund.de/tickets cweb
Extra
Wenn der Vater als Autorität und Berater abgemeldet ist und nur noch als Chauffeur taugt, der nachts um vier Uhr junge angeheiterte Fahrgäste zu transportieren hat, dann ist Pubertät. Davon erzählt Jan Weiler in seinem neuesten Buch "Im Reich der Pubertiere". Nun sorgt nicht mehr nur die 16-jährige Tochter Carla für Turbulenzen im Familienalltag. Auch Sohn Nick legt mit nunmehr 13 Jahren neue Verhaltensweisen an den Tag, die es für den Vater zu erforschen und vor allem zu verstehen gilt. Da wird plötzlich das Recht am elterlichen Privateigentum wie CDs, DVDs oder Rasierschaum aufgehoben oder die Kunst des Spickens mit elektronischen Hilfsmitteln zu ungeahnter Blüte gebracht. Jan Weiler erzählt Episoden voller Situationskomik oder Dialogwitz, macht sich aber nie über seine Kinder lustig oder liefert sie der Peinlichkeit aus. Vielmehr skizziert er mit ironischer Überhöhung das, was als typisch oder allgemeingültig gelten kann. ae Jan Weiler "Im Reich der Pubertiere", illustriert von Till Hafenbrak, Verlag Kindler, 176 Seiten, 12 Euro.

Empfehlungen

Kommentare