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Terrorlage: Festival Rock am Ring unterbrochen (Fotos/Live-Videos)

(Nürburgring.) Die Polizei hat das Festival Rock am Ring am Freitagabend wegen einer "akuten Gefahrenlage" abgebrochen. Nähere Infos über die Natur dieser Gefahr gibt es noch nicht. Veranstalter Marek Lieberberg hat in einer spontanen Erklärung eine schnelle Ermittlung gefordert, damit das Festival am Nürburgring weitergehen kann. Denn das steht noch nicht fest. Dossier zum Thema: Rock am Ring

02.06.2017
Jörg Pistorius
Update Samstag, 7 Uhr: Die aktuelle Berichterstattung zum Thema und zur Entwicklung am Samstag findet ihr hier!


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Die gute Nachricht zuerst: Der Abbruch des Festivals und die Räumung des Nürburgrings liefen am Freitagabend ab 21 Uhr ruhig und friedlich ab. In vorbildlicher Ruhe und regelrecht heiterer Gelassenheit verließen 90 000 Menschen das Gelände und strömten zu den Campingplätzen. Es gab keine Panik, keine Verletzten. 

Die Gefahr, um die es geht, ist zurzeit noch ein Mysterium. Das ist bisher bekannt: Es geht nicht um eine konkrete Bomben- oder Terrordrohung. Niemand hat angerufen und gedroht, den Ring zu sprengen. Von einer Lage ist die Rede. Was genau das bedeuten soll, wird wahrscheinlich erst in einigen Tagen bekannt werden.
Doch Veranstalter Marek Lieberberg und 90 000 Fans wollen das Festival natürlich fortsetzen. Die Band Rammstein hätte am Freitagabend spielen sollen. Man versucht zurzeit, diesen Auftritt auf Samstag oder Sonntag zu verlegen. Aber das geht nur dann, wenn die Polizei das Gelände wieder freigibt. Und wann das sein wird, ist völlig unklar.
Es ist jetzt 22.40 Uhr. Spezialkräfte der Polizei suchen das Gelände mit Spürhunden ab. 

Veranstalter Marek Lieberberg tritt vor die Presse, die übrigens im Mediacenter des Nürburgrings festsitzt. Niemand darf rein, niemand kommt raus. "Ich danke meinem Team und vor allem unseren großartigen Fans dafür, dass sie die Räumung so ruhig und gefasst durchgeführt haben. Das hat es in dieser Größenordnung in Deutschland noch nie gegeben." Dennoch: Lieberberg ist mächtig wütend. Verständlich, denn ein zweiter Abbruch nach dem Unwetterjahr 2016 wäre eine Katastrophe für ihn. 

Lieberberg wird deutlich: "Ich glaube, wenn man einen Tag nach einem Anschlag ein Fußballspiel durchführen kann, dann kann man auch ein Festival fortsetzen." Damit meint er den Anschlag auf den Bus des Fußballvereins Borussia Dortmund. "Ich glaube, dass die Polizei den zeitlichen Raum hat, diese Gefahrenlage aufzuklären, ohne das Festival beenden zu müssen. Es nutzt uns doch allen nichts, wenn jetzt abgebrochen wird und es dann in zwei Wochen heißt, die Gefahr war nur abstrakt und gar nicht konkret." 
Lieberberg will weitermachen. Ob er es darf, wird sich in einigen Stunden entscheiden.