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Trierer Inszenierung "Fidelio" auf Online-Theaterplattform gelobt

(Trier) Freude im Theater Trier: Das Internetportal Nachtkritik.de hatte seine 47 Theaterkritiker aufgerufen, die ihrer Meinung nach beste Inszenierung des vergangenen Jahres zu wählen. Unter den gelobten Stücken ist als einziges aus Rheinland-Pfalz die Trierer „Fidelio“-Aufführung, die im Herbst für Furore gesorgt hatte.

28.01.2016
Anne Heucher
Die Inszenierung von „Fidelio“ (Regie: Rilman Knabe) am Theater Trier gleich zu Beginn der neuen Intendanz von Karl Sibelius hatte für heftige Kritik gesorgt. Nun hat das Internetportal Nachtkritik.de, das sich als „das erste unabhängige und überregionale Theaterfeuilleton im Internet“ bezeichnet, einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem ausgerechnet die umstrittene Trierer „Fidelio“-Inszenierung gelobt wird. 47 Kritiker waren aufgerufen, Aufführungen im deutschsprachigen Theater zu nennen, die sie für besonders gelungen hielten und als „die wichtigsten der letzten zwölf Monate“ nominierten. Im Anschluss hatten Leser die Möglichkeit, die Kritikertexte zu kommentieren. Die zehn am häufigsten gewählten Produktionen bilden dann die Auswahl des virtuellen Nachtkritik-Theatertreffens 2016.

Nachtkritik.de hat am Mittwoch die zehn beliebtesten Nominierungen bekanntgegeben, „Fidelio“ ist nicht dabei. Intendant Sibelius freut sich dennoch darüber, als einziges Theater in Rheinland-Pfalz gelobt worden zu sein – und das mit dem umstrittenen Stück. Das Portal Nachtkritik.de berichtet umfassend über das deutschsprachige Theatergeschehen und war im Jahr 2009 bereits für den Grimme-Online-Award nominiert. Über „Fidelio“ in Trier ist zu lesen: „Ein schlüssiges Konzept, das den aus heutiger Sicht geradezu naiven Erlösungsgedanken des Originals in eine gewalttätige Gegenwart transponiert und dies mit zusätzlichen Einschüben sowohl musikalischer als auch textlicher und bildlicher Art überzeugend darlegt. Eine bildmächtige, unter die Haut gehende und den Zuschauer auf unangenehm-beängstigende Art anfassende Interpretation eines Heile-Welt-Klassikers, hinter dem sich Abgründe auftun, in die hineinzuschauen den Betrachter schaudern lässt.“
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