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Trierer spielt an der Seite von Hannelore Hoger und Christoph Maria Herbst in ARD-Zweiteiler

(Trier) Freitagabend, zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr, heißt das "Hotel Heidelberg" in der ARD willkommen. Mit Stars wie Hannelore Hoger, Ulrike C. Tscharre, Christoph Maria Herbst, Rüdiger Vogler und dem erst 20 Jahre alten Trierer David Nolden in der Stammbesetzung.

24.02.2016
Mechthild Schneiders
Ganz relaxed sitzt er am Tisch im Café, trinkt einen Latte Macchiato. Erzählt gelassen von seiner Arbeit, als hätte er einen Bürojob. Kaum vorstellbar, dass dieser junge Mann mit dem spitzbübischen Grinsen im Sommer mit einigen der besten deutschen Schauspieler zusammen vor der Kamera stand. Nicht das erste Mal, hat er doch 2013 mit Annette Frier ("Die Mütter-Mafia"), Charly Hübner ("Ein Wimpernschlag"), Sissy Höfferer und Pierre Besson ("Soko Köln") gedreht, wo er in "Opa ist tot" eine Episodenhauptrolle bekam.

Zuvorkommend und kollegial


Nun Fernsehgrößen wie Hannelore Hoger, Ulrike C. Tscharre, Christoph Maria Herbst, Rüdiger Vogler und Reiner Schöne. Für David Nolden, 20 Jahre alt, aus Trier eine krasse Erfahrung: "Ich war tatsächlich sprachlos." Aber auch eine angenehme: "Alle waren sehr zuvorkommend und kollegial", sagt er. Keiner denke: "Ich bin ein großer Schauspieler, und zeige dir jetzt, wie das geht."

Nolden spielt erstmals eine große Hauptrolle: Er gehört zur Stammbesetzung im "Hotel Heidelberg", einem Zweiteiler, der am 26. Februar und am 4. März um 20.15 Uhr in der ARD läuft. Der Inhalt: Traumhaft gelegen oberhalb des Neckarufers mit grandiosem Blick auf das Schloss strotzt das Hotel regelrecht vor Flair. Doch hinter den Mauern der Idylle brodelt es heftig. Hotelchefin Annette Kramer (Tscharre) muss auf mehreren Ebenen ihren Mann stehen. Da ist Mutter Hermine (Hoger), die nicht bereit ist, das Staffelholz abzugeben. Da ist der Vater (Vogler), der nach einem Schlaganfall Pflege braucht. Und da ist ihr aufmüpfiger Sohn Jeremy, gespielt von David Nolden.

"Kramer gegen Kramer" heißt der erste Part, in dem sich Mutter und Tochter um die Vorherrschaft im Hotel streiten. In Folge zwei, "Kommen und Gehen", verlobt sich Annette mit ihrem Therapeuten (Herbst) - zum Ärger der Eltern. Auch im Hotel geht es drunter und drüber; die Gäste - unter anderem Schöne als Altrocker - sorgen für Ungemach. Und dann will auch noch Jeremy mit seiner Flamme nach Paris.

Die Filme klingen nach Romantik mit einem Schuss Dramatik. "Das ist Unterhaltung", sagt Nolden, "aber eine sehr gute, entspannte." Das sehe auch von den Motiven her schön aus. Er finde das wichtig in Zeiten mit so schlechten Nachrichten.

Zwei Monate lang drehte das Team im Sommer, insgesamt 42 Drehtage - Nolden war bei 18 dabei. Die Außenaufnahmen entstanden in Heidelberg, die Innenaufnahmen des Hotels in einem Euskirchener Schloss, und öffentliche Institutionen wurden in Köln gedreht. "Das waren ganz absurde Monate."

"Ich hatte sehr viele Szenen mit meiner Mutti." Tscharre sei furchtbar nett. Er habe sich gut mit ihr und auch mit Hoger verstanden, sagt Nolden. "Das Arbeiten verlief sehr harmonisch, und ich habe hilfreiche Tipps erhalten." Mit Herbst zu spielen habe ihn beeindruckt: "Man hat das Gefühl, man kennt ihn." Das Ensemble habe gut zusammenpasst. Regisseur Michael Rowitz habe ihm die richtigen Gedankenanstöße gegeben. "Ich hatte eine Szene, in der ich um meinen toten Vater trauere." Rowitz habe zu ihm gesagt: "Es wäre schön, wenn deine Augen feucht werden." Die Szene sei ihm vorgekommen wie im Traum, erinnert sich Nolden. "Sie hat mich verfolgt, und ich habe schlecht geschlafen. Das war eine krasse Erfahrung."

Krass war auch, wie Nolden an die Rolle kam: "Ich wurde aufgrund meines Casting-Videos besetzt", sagt Nolden. Verschickt habe er es Ende Mai, da hatte er gerade sein Praktikum im Arcola-Theatre in London begonnen. "Acht Tage später rief meine Agentur an, ich müsse aus England zurückkommen, weil ich die Zusage bekommen habe." Den folgenden Samstag flog er nach Köln zur Kostümprobe, am nächsten Tag wieder zurück nach London. "Und sechs Tage später ging‘s in Heidelberg los mit den Dreharbeiten."

Zurzeit bewirbt sich Nolden an verschiedenen Schauspielschulen und hofft auf viele Zuschauer für das "Hotel Heidelberg". Denn dann würden weitere zwei Folgen gedreht. Und der junge Trierer wäre wieder dabei sein, als Jeremy.
Extra
David Nolden, geboren 1995, debütierte 2009 mit einer Schüler-Theatergruppe in "Die Scherbenkönigin" als Schauspieler. 2010 zog er mit "Tufa unlimited" durch die Stadt. Kleine Sprechrollen übernahm er 2012/13 in "Die Physiker" und "Das Leben des Galilei" im Theater Trier. 2013 stand er in der Operette "Gräfin Mariza" und im Jugendclub des Theaters in "Sinn" auf der Bühne. 2014 hatte Nolden seine erste Erfahrung vor der Filmkamera in "Blutgeld". 2015 stand er für "Fixi" mit Lisa Tomaschewsky, Regie Mike Marzuk, vor der Kamera, der am 13. Oktober in die Kinos kommt. mehi

 

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