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Uni erobert die Theaterbühne

Es ist eine doppelte Premiere: Erstmalig wird am Mittwoch, 28. Januar, eine studentische Theatergruppe auf der Bühne im Studio am Augustinerhof stehen. Das Ensemble "Bühne 1" führt in dem Kooperationsprojekt von Uni und Theater Moritz Rinkes "Republik Vineta" auf.

23.01.2009
Trier. (mehi) In Moritz Rinkes Theaterstück "Republik Vineta" versammeln sich Experten, um Vineta zu gründen: einen paradiesischen Staat. Ein Experiment, weil es nur die Simulation einer realen Arbeitswelt ist, in der Psychologe Leonhard (Immanuel Bartz, 25) die Workaholics zu glücklichen Arbeitslosen machen will.
 
Ein Experiment ist auch das Ensemble "Bühne 1". Denn erstmalig führt eine studentische Schauspielergruppe im Theater Trier ihre eigene Inszenierung auf. Premiere ist am Mittwoch, 28. Januar, um 20 Uhr im Studio. Einige Darsteller haben im vergangenen Jahr als "Green man Group" an Universität und Stadt für das Theaterfestival "Maximierung Mensch" geworben. "Die Idee war, die studentische Theatergruppe fest zu installieren", sagt Bettina Stiller-Weishaupt (27), die Regie führt in dem Kooperationsprojekt.
 
In theaterpraktischen Seminaren setzen sich die Studierenden wissenschaftlich mit den Themen auseinander. "Wir machen sie erlebbar", sagt die Regisseurin. Damit dies gelingt, haben sich die 17 Ensemble-Mitglieder intensiv auf ihr erstes großes Bühnenstück vorbereitet. Seit Oktober laufen die Proben, seit November täglich. Unterstützt werden sie vom Theater. Geprobt wird meist am Aufführungsort. "Das ist fast schon unser Zuhause", scherzt Judith Brixius (29, Frau Feldmann-See).
 
"Bei den fünf öffentlichen Proben konnten Gäste dem Entstehungsprozess des Stückes beiwohnen und sich mit der künstlerischen Umsetzung auseinandersetzen", sagt Christine Post vom Theater. Einer der keine verpasst hat, ist Andreas Fuchs. "Die Disziplin in der Probe ist beeindruckend", lobt der ständige Gast.
 
Das Stück von Rinke über Arbeit behandle ein aktuelles Thema, erklärt Stiller-Weishaupt die Auswahl. Und es habe einen besonderen Unterhaltungswert. "Es ist ein tragisches Stück mit komödiantischen Momenten, die auf gesellschaftliche Probleme hinweisen", sagt sie.
 
"Es gibt krasse Konflikte mit Mord- und Vergewaltigungsszenen", ergänzt Daniela Ponczek (26, Nina Seiler), die Einzige, die Schauspiel studiert hat. Es sei ein kaltes Stück, stellt Andreas Dinter (30, Kapitän Feldmann-See) fest. "In dem Stück lebt jeder in seiner eigenen Welt. Man knallt aneinander. Wir mussten in den Proben ein Gefühl füreinander entwickeln. "Das habe die Gruppe zusammengeschweißt.
 
Premiere ist am Mittwoch, 28. Januar, um 20 Uhr im Studio des Theaters Trier. Weitere Vorstellungen sind am 3., 5., 18. und 20. Februar, jeweils um 20 Uhr.
 
Karten sind erhältlich in den TV-Service-Centern in Trier, Bitburg, Wittlich.