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Viel Spaß und etwas Lesung: Krimiautor Jörg Maurer bietet einen unterhaltsamen Abend

Krimiautor Jörg Maurer bietet einen unterhaltsamen Abend

(Daun) Was genau in dem Buch "Schwindelfrei ist nur der Tod" steht, wissen die rund 540 Besucher beim Eifel-Literatur-Festival im Forum Daun nach der Lesung von Bestsellerautor Jörg Maurer im Dauner Forum nicht. Aber sie haben einen sehr amüsanten Abend voller Überraschungen erlebt. Dossier zum Thema: EifelLiteraturFestival

17.10.2016
Nora John
Fotografieren bei einer Lesung ist immer eine heikle Sache. Bilder sollen her, aber der Autor oder das Publikum fühlen sich gestört vom Klicken der Kamera. Der Krimiautor Jörg Maurer hat da seine eigene Methode. Er stellt ein paar typische Posen bei einer literarischen Lesung nach, und schon sind die Bilder im Kasten.
Dabei ist der Abend mit Jörg Maurer Dauner Forum eigentlich weniger Lesung als vielmehr Kabarett, bei dem er eben auch aus seinem neuesten Krimi "Schwindelfrei ist nur der Tod" liest. Aber nur so, dass nicht zu viel von der Handlung preisgegeben wird.
Maurer beginnt mit der Schilderung einer wahren Begebenheit, einem Banküberfall mit Geiselnahme in München im Jahr 1971. Die Zuhörer können sich an wunderbaren Formulierungen wie etwa "... die sonst so geschäftige Prinzregentenstraße lag da wie eine zertretende Spaghettinudel" erfreuen. Gerade als es richtig spannend wird, bricht Maurer ab und unterhält das Publikum mit ganz anderen Darbietungen. Und die sind teilweise echt bayerisch, wie Maurers Schuhplattlertanz zur Musik von Chirpy chirpy cheep cheep, die auch im Krimi eine Rolle spielt.

Eifel-Literatur-Festival 2016


Bis es mit dem Buch und der dort beschriebenen mysteriösen Ballonfahrt weitergeht, müssen sich die Zuhörer gedulden. Maurer fängt immer wieder mit dem ersten Satz an, schweift aber ab und schiebt das Thema Ballonfahrt einigen bekannten Autoren unter und interpretiert deren Sicht der Dinge. Wie etwa Adalbert Stifter, einem Autor des 19. Jahrhunderts, der laut Maurer besonders detailverliebt war. Oder auch die Parodie auf Bergsteigerlegende Luis Trenker sorgt für große Heiterkeit.
Auch im eigentlichen Krimi geht es nicht so bierernst zu. Wenn ein Ehepaar den Namen "Trockenschlaf" hat, kann das nicht so ganz ernst gemeint sein. Das Publikum lernt bei diesem Leseabschnitt immerhin einige Protagonisten des Buches kennen. Später am Abend werden die Zuhörer auch noch mit dem Taschendieb Dirschbiegel vertraut gemacht. Natürlich baut Maurer wieder Spannung auf und bricht dann ab. "Was jetzt kommt, da beutelt es mich selbst."
Zwischen den einzelnen Lesestücken beklaut sich Maurer als Taschendieb selbst, lässt wie durch Zauberei ein Taschentuch verschwinden und unterhält sich mit einer Art Handpuppe, die aus einem langen Mantel, einem Wanderstock und einem Hut besteht.
Oder er gewährt einem Einblick in Seelenleben und Dialekt von Oberbayern, Niederbayern und Schwaben.
Die Auflösung des Kriminalfalles bietet Maurer dem Publikum dann doch. Hilft aber nicht viel, wenn alle Namen und entscheidenden Hinweise durch verschiedenen Geräusche ersetzt werden. Wer wirklich wissen möchte, was im Krimi steht, muss ihn lesen.

 

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