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"Wollen wir es Liebe nennen, das zwischen uns?"

"Der letzte Vorhang" im Theater-Studio berührt Besucher

(Trier) Gelungene Premiere im Studio des Trierer Theaters: In "Der letzte Vorhang" stellen Sabine Brandauer und Peter Singer in Anlehnung an Richard Burton und Liz Taylor die große Gefühlspalette dar, die zwischen zwei Schauspielern entstehen kann.

21.02.2014
Trier. Arroganz, Sehnsucht, Verachtung, Liebe, Wut: Ein Bündel von Emotionen zeigen Sabine Brandauer als Lies und Peter Singer als Richard bei der Premiere des Stückes "Der letzte Vorhang" im Studio der Trierer Theaters. Lies und Richard waren wie einst Liz Taylor und Richard Burton ein erfolgreiches Schauspielerpaar, bevor Lies mit einem anderen Mann ein neues Leben in Frankreich beginnt. Richard wird damit nicht fertig, spielt weiter und verfällt dem Alkohol.
Zehn Jahre später kehrt sie zurück, weil Richard seine ehemalige Partnerin für eine Premiere braucht. Beim ersten Zusammentreffen kommen die alten Ressentiments wieder hoch. Er lacht sie wegen ihres Lebenswandels an der Seite ihres Ehemannes aus, sie hält ihm einen Spiegel vor.
"Alles an dir ist so herrlich vertraut": Nie hat man diesen Satz verachtender gehört als von Lies, während Richard am Tresen seiner Whiskey-Sucht frönt. Er flüchtet in eine unerträgliche Arroganz und läuft gleichzeitig hinter ihr her wie ein Schoßhündchen.
Die Figuren, die Lies und Richard auf der Bühne darstellen, verschwimmen. Was spielt das einstige Schauspielerpaar, was arbeiten sie aneinander ab?
Immer wieder schlüpfen Brandauer und Singer in andere Figuren, stellen Lies und Richard auf unterschiedlichste Art und Weise dar. Die beiden erinnern sich an ihre Vergangenheit, tauschen Erinnerungen aus. Dabei lachen sie zusammen und kommen sich wieder näher: "Wollen wir es Liebe nennen, das zwischen uns?" Doch immer wieder steht Lies\' Ehemann zwischen den beiden. Am Ende kommt es zur Entscheidung. Lies schmachtet nach Richard, doch dieser ist voller Eifersucht. Der letzte Vorhang ist endgültig gefallen.
Das Spiel von Singer und Brandauer hat die 65 Besucher im Studio sichtlich berührt. Nur zögerlich setzt am Schluss der Beifall ein, hält dann aber lange an - der absolut verdiente Lohn für eine sehens- und bemerkenswerte Leistung. cst
Weitere Vorstellungen: 1., 5., 16., 21., 27. März, 10., 13., 15. und 23. April.