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Arena statt Open Air

(Trier) Ein Abend ganz in Weiß: Nicht nur Thomas Schwab und seine Band haben sich am Samstag in weiße Kleidung gehüllt, sondern auch die meisten der 750 Besucher. Das als Open Air geplante Konzert wurde wegen des Regens in die Arena verlegt.
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Trier. "Willkommen zu unserem Open Air", sagt Thomas Schwab zur Begrüßung seiner Gäste und erntet damit bereits die ersten Lacher. Denn das Konzert, das eigentlich unter freiem Himmel im Innenhof des Kurfürstlichen Palais stattfinden sollte, war wegen des angekündigten Regens in die Trierer Arena verlegt worden. "Ganz in Weiß" - unter diesem Motto hatte der Bandleader eingeladen, und die meisten der etwa 750 Besucher sind dem Aufruf gefolgt, sich größtenteils in Weiß zu kleiden. So wird schon durch das Äußere ein Band zwischen den Künstlern und dem Publikum geknüpft, das sich daher als Teil der Show fühlen darf.
Rein optisch hätte man sich also auf den ersten Blick beinahe auf einer Dienstversammlung von Köchen oder Krankenschwestern wähnen können. Musikalisch geht es dagegen bunt gemischt zu: Von Michael Jackson bis Herbert Grönemeyer arrangiert Schwab alles, was ihm und seinen Fans gefällt, ob deutsch oder englisch, ruhig oder rockig.
Für Vielfalt sorgt auch, dass sich die vier Gesangskünstler abwechseln, mal allein, mal im Duett, mal als Ensemble. Meike Anlauff, Buki Domingos, Oliver Rohles und Guido Illigen erhalten für ihre Darbietungen viel Applaus.
"Ergreifend" findet Dr. Berthold Eul aus Hermeskeil "die tolle Musik und die tollen Arrangements". Und die weiße Kleidung ist für den Mediziner schon von Berufs wegen nichts Ungewöhnliches. Doch auch die, die nicht aus den weißen Berufen kommen, fühlen sich bestens unterhalten: "Gigantisch, einfach geil", findet Hilde Garz (64) aus Bernkastel-Kues. "Das ist etwas für Alt und Jung", findet sie. Warum ihr besonders die rockigeren Titel gefallen, erklärt sie so: "Man muss ja keine andere Musik hören, nur weil man älter wird."
Was dem bunten Programm allerdings fehlt, ist ein roter Faden. Nach "Probier\'s mal mit Gemütlichkeit" aus dem Dschungelbuch geht es beispielsweise nahtlos weiter mit dem Gospelsong "We worship you". So sind die einzelnen Nummern zwar jede für sich hörenswert. Anders als optisch will sich jedoch akustisch nicht der Eindruck eines Gesamtkunstwerks einstellen - die einzelnen Stücke stehen in zu großer Beliebigkeit nebeneinander.
Mit einer Prise Galgenhumor spielt Schwab in seinen Zwischenmoderationen immer wieder auf das so gar nicht sommerliche Wetter an und verteilt dabei weiße Kokospralinen im Publikum. Kurz vor Schluss gibt es dann noch den Peter-Maffay-Titel "Und es war Sommer". Der verlief an diesem Abend zwar anders als geplant, aber dennoch stimmungsvoll. Und als sich nach drei Stunden die Türen der Arena wieder öffnen, hat sogar der Regen aufgehört.


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