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Botschafter mit schnellen Füßen

(Trier) Mehr als 600 Menschen haben am Samstagabend eine bodenständige, sympathische und perfekt getanzte Show der irischen Formation Rhythm of the Dance in der Europahalle erlebt.
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Trier. Die Geschichte des irischen Stepptanzes begann vor 2000 Jahren. Wer heute die Pubs in Dublin besucht, findet ihn noch immer fest verankert im modernen Leben. Selbst im Ausland ist er populär. Dank Tanzformationen wie Rhythm of the Dance, die diesen Teil der irischen Kultur rund um den Erdball bekannt gemacht haben. Am Samstag gastierte das Ensemble mit 18 Tänzern in der Europahalle.

Treibende Rhythmen


Bodenständig, kraftvoll und fröhlich präsentierten sie einen wichtigen Teil der irischen Kultur in Musik und Tanz, ergänzt durch schwermütige Balladen.
Die Tradition steht im Mittelpunkt der Show. Typisch irische Instrumente begleiten die Tänzer: der irische Dudelsack, die so genannte Uilleann Pipe, die irische Flöte, ein Holzblasinstrument ähnlich der Querflöte, das Akkordeon, die Gitarre und die Bodhrán, die als Trommel der keltischen Ureinwohner gilt. Ihre treibenden Rhythmen bilden die Grundlage des Tanzes. Zwischen ihr und den Tänzern entwickelt sich ein Spiel, in dem die Trommel den Rhythmus vorgibt und die Tänzer den Wettkampf aufnehmen. Wer ist schneller, die Füße, die den Holzboden rhythmisch abklopfen, oder die Trommlerhand?
Zu dem Tempo ist das Erstaunlichste an der Leistung der Männer und Frauen die Leichtigkeit, die sich in ihrem Tanz ausdrückt. Trotz stampfender Schritte scheinen sie über die Bühne zu schweben.
Im Hintergrund verweisen Bildprojektionen auf die wechselhafte und entbehrungsreiche Geschichte der Iren. Trotzdem drückt sich in ihrer Musik und ihrem Tanz große Lebensfreude aus, gebändigt durch disziplinierte Ordnung und penible Synchronität im Formationstanz. Der erscheint bisweilen arg streng mit dem geraden Rücken und den entlang der Hosennaht gestreckten Armen. Uniformität beherrscht das Bild und drückt sich in Choreografie und Kostümen bis hin zur einheitlichen Frisur aus.
Die Gefahr sich dadurch breit machender Monotonie durchbrechen die Gesangseinlagen der drei Tenöre David Flynn, Mike Murgatroyd und Cillian Collopy, die mit ihren wunderbaren Stimmen unter die Haut gehen.
Insgesamt präsentierte sich die Show als gelungene Empfehlung einer sympathischen Inselbevölkerung. Ihre Botschafter wurden von den mehr als 600 Besuchern in der Europahalle mit Jubel und stehenden Ovationen gefeiert.


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