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Der Rapper mit der Pandamaske

(Esch) Der angesagteste deutsche Popstar trägt stets eine Maske mit dem Gesicht eines Pandabären. Der TV erklärt, warum Konzerte des vor einem Jahr noch unbekannten Rappers Cro ("Easy") meist ausverkauft sind - so auch die Show am Mittwochabend in der Rockhal in Esch-sur-Alzette.
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Esch. 6000 Fans drängen in der Rockhal im luxemburgischen Esch-sur-Alzette möglichst nah an die Bühne. Auch sechs Freundinnen aus Trier fiebern dem Konzertbeginn entgegen. Lisa Braun (20) sagt im TV-Gespräch: "Wir wollten eigentlich zum Cro-Konzert nach Saarbrücken, aber das war schon ausverkauft." Auch Ina Scherer, Saskia Huwer, Anja Birkel (alle 19), Andrea Milo (20) und Lisa Backes (21) wollen unbedingt den Sänger live erleben, der 2012 wie eine Rakete in den Pophimmel aufgestiegen ist.
Cro alias Carlo Waibel stammt aus Stuttgart. Sein genaues Alter (etwa 20) verrät er nicht. Sein Gesicht verbirgt er bei Auftritten hinter einer Pandamaske aus Latex, um zwischen Künstler und Privatmann zu trennen.

Neuer Stil setzt sich durch


Cros Hits "Easy" (Einfach), "Du" und "Einmal um die Welt" laufen im Radio rauf und runter. Musikalisch und textlich prägt er einen neuen Stil, den er selbst als Raop bezeichnet: eine Mischung aus Rap (Sprechgesang) und melodischem Pop. Inhaltlich ist der harte Gangsta-Rap à la Sido (mit Totenkopfmaske) und Bushido passé. Die Generation Cro setzt auf Party, Liebe, locker-verspieltes Leben in stressiger Zeit.
Ina Scherer erklärt: "Das sind coole Lieder, die ins Ohr gehen und die man gut mitsingen kann." Genau das tun die 6000 Fans denn auch lautstark, so dass Cro auch mal Pause machen kann. Außer vom DJ lässt er sich live von Schlagzeug, Gitarre und Keyboard begleiten. Als Bühnenbild reichen die drei Leuchtbuchstaben seines Namens.

32 Millionen Video-Klicks


Im Publikum wogt ein Meer von ausgestreckten Armen. Statt Feuerzeugen leuchten Handy-Displays in der Dunkelheit. Fans fotografieren und filmen, was die Speicherkarte hergibt. Viele Motive gibt es nicht: Der "King of Raop" begnügt sich 90 Minuten lang mit einem weißen Achsel-Schlabbershirt seines Kleidungslabels Vio Vio. Seine Jeans mixen den hautengen Skinny-Look mit der Weite von Baggy Pants.
Cro kokettiert mit der Rolle eines Untergrund-Künstlers, der bei der kleinen Plattenfirma Chimperator den Durchbruch geschafft hat und ihr auch als Star treu bleibt. Einer, der sich nicht verbiegen lässt und auch nach 32 Millionen Aufrufen seines Videos "Easy" auf der Internet-Plattform Youtube nicht abhebt. "Cro wirkt so, als sei er auf dem Boden geblieben", urteilt Lisa Backes. Die Triererinnen peilen schon den nächsten Cro-Auftritt an: beim Festival "Rock am Ring".
Weitere Konzertbilder unter:
www.volksfreund.de/fotos

 


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