Eine neue Lesereihe, die unter dem Titel "Die Humorprofis" monatlich je einen profilierten deutschsprachigen Humor-Literaten vorstellt, hat in der Tufa Trier Premiere gefeiert. Erster Gast war der Hamburger Bestseller-Autor Heinz Strunk. Vor 140 Zuhörern stellte er sein Buch "Heinz Strunk in Afrika" vor.
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Heinz Strunk hat seine Humoristen-Karriere mit Telefonstreichen begonnen. Jetzt tritt er als Autor auf. TV-Foto: Anke Emmerling
Trier. Einen in mehrfacher Hinsicht erfolgversprechenden Start hat das neue Tufa-Veranstaltungsformat "Die Humorprofis" hingelegt: Zum einen hat es das große Interesse eines überwiegend jungen und studentischen Publikums geweckt. Zum anderen hat sich sein Konzept, Unterhaltungswert durch eine Verbindung von Humor, Literatur und Talk zu schaffen, als tragfähig erwiesen.
Den Auftakt machte Heinz Strunk, ehemaliger Musiker und Viva-Moderator, den meisten im Publikum ein Begriff durch das Humoristen-Trio "Studio Braun" mit Jacques Palminger und Rocko Schamoni sowie Bücher wie "Fleisch ist mein Gemüse". Organisator und Moderator Dorian Steinhoff entließ ihn ohne Einführung direkt ans Lesepult, um selbst für den ersten Eindruck zu sorgen.
Strunk lieferte das erwartete Entertainment mit Anfangspassagen seines Buchs "Heinz Strunk in Afrika", die berichten wie er und sein Freund, "Dick und Doof der Pauschalreise", zu Weihnachten nach Kenia aufbrechen. Ziel der Reise: dem von anderen Touristen gesuchten "Erlebnis-Overkill" möglichst wenig Erleben entgegenzusetzen - oder anders ausgedrückt: zu saufen, an Glücksspielautomaten oder am Pool herumzuhängen. In atemberaubendem Tempo und auf Kosten von Artikulation und Satzenden erzählt, dafür aber mit Bedeutung heischenden Schlägen auf die Tischkante angereichert, erntete das die ersten Lacher.
Dann lud Steinhoff den Autor aufs rote Clubsesselchen zu einem deutlich an den Stil eines Giovanni-di-Lorenzo-Fernseh-Talks angelehnten Gespräch über seine Person und Arbeit. Zwar gut gedacht, geriet das aber mangels harmonierender "Chemie" zu einer zähen Angelegenheit. Weder Steinhoffs locker vertraulicher Ton noch kleine provokante Sticheleien vermochten wirklich erschöpfende oder schlagfertige Antworten aus dem Gast herauszukitzeln.
Sprachgewaltig lästern
Strunk machte keinen Hehl daraus, in Sachen Selbstdarstellung lieber Eigenregie führen zu wollen. Die übernahm er dann auch für den Rest des Abends mit der weiteren Lesung aus seinem Buch. Hier gab es viel Strunk, wenig Afrika und inhaltliche Tiefe bestenfalls in Weisheiten wie "Das Leben ist die Summe der vergessenen Drinks" zu erleben. Doch ums "was" ging es auch nicht, eher ums "wie" - eben Humor des Humors wegen. Der prasselte mit sprachgewaltig-plastischen, aber immer herablassend lästerlichen Beschreibungen von Touristen und Einheimischen in Afrika auf eine Weise, die durchaus Gemüter spalten kann. Aber beim Großteil des Publikums hatte das den gewünschten Effekt, nämlcih Spaß zu bereiten.
Weitere Termine der Reihe (jeweils dienstags um 20 Uhr): 27. März Thomas Gsella, 24. April Harald Martenstein, 29. Mai Wladimir Kaminer, 26. Juni Marc-Uwe Kling.
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