Eine junge Autorin, ein junges Publikum und ein Buch über Depressionen: Sarah Kuttner hat in Monschau (Kreis Aachen) beim Eifel-Literatur-Festival aus ihrem Werk "Mängelexemplar" gelesen. Und damit bestens unterhalten.
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Sarah Kuttner. TV-Foto: Rebecca Schaal
Monschau. (bec) "Ich bin anstrengend." Moderatorin Sarah Kuttner gönnt Karo, der Protagonistin ihres ersten Romans "Mängelexemplar", keine Zeit für eine vorsichtige Einleitung. Das Buch sei nicht autobiografisch, wird Kuttner am Ende ihres Auftritts betonen. Und doch: Anstrengend - das passt auch zu Kuttner. Im positivsten Sinn. Wer von der 31-jährigen Berlinerin eine 08/15-Lesung erwartet, der wird nach drei Sekunden eines Besseren belehrt. Kuttner erzählt, lamentiert, lacht viel und ist unglaublich präsent. Sie reißt (wirklich witzige) Witze und macht selbst vor Festival-Organisator Josef Zierden nicht halt: "Als ich ihre Vorrede gehört habe, hätte ich fast selbst Depressionen bekommen." Rummmms. Schlagfertigkeit ist wohl ihre herausstechendste Eigenschaft. Über sich selbst lachen zu können ihre sympathischste.
Und dann ist da "Mängelexemplar". Kaum hat das Fernsehpublikum sie als vorlaute Quasselstrippe abgestempelt, knibbelt sie dieses Etikett wieder ab. Indem sie ein Buch über Depressionen schreibt. Natürlich mit viel Humor, aber mit ebenso viel Tiefgründigkeit und fundierter Recherche.
In Monschau plaudert Kuttner aus dem Nähkästchen: Die Psychiaterin Dr. Kleve heißt so, weil Kuttners Freund aus eben jener Stadt kommt. Dass sie unzählige Bestsellerlisten in Buchhandlungen mit dem Handy fotografiert habe, als ihr Buch im vergangenen Jahr erschien. Weil sie ihren Erfolg kaum glauben konnte. Manchmal sind eben auch coole und schlagfertige Berufsquassler vor Aufregung ganz kleinlaut.
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