Zu den erfreulichsten unter den insgesamt spärlichen großregionalen Kulturangeboten gehört die kleine, aber feine Opera mobile um den Dirigenten Jonathan Kaell. Ihre neueste Produktion, eine Kinderoper, stellt sie kommende Woche in der Trierer Tufa vor.
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Drei Könige, ein Kind, ein Stern: Das Personal der Weihnachtsoper ist bekannt, aber das Geschehen erhält bei Giancarlo Menotti ungewöhnliche Züge. Foto: Bohumil Kostohryz
Trier/Luxemburg. Zum dritten Mal präsentiert das Team der Reise-Oper aus der Großregion um die Städte Luxemburg/Trier/Metz/Saarbrücken eine eigene Aufführung, und zum dritten Mal steht auch Trier auf dem Spielplan. "Die Trierer waren die ersten, die uns Unterstützung zugesagt haben", sagt Opera-mobile-Macher Jonathan Kaell.
Nach der turbulenten Offenbach-Operette "Ba-ta-clan" und der experimentierfreudigen Flashmob-Straßenoper "Tout le monde t\'écoute" beim Altstadtfest sind diesmal Kinder von vier bis elf die Haupt-Adressaten - aber natürlich auch Geschwister, Eltern und Großeltern.
"Ich wollte für die Kids eine richtige Oper haben, kein Schauspiel mit Gesang", erklärt Kaell die Auswahl des Stückes. Giancarlo Menottis "Amahl und die nächtlichen Besucher" steht auf dem Programm. Erzählt wird die Geschichte vom Hirtenjungen Amahl, der sich, weil arm und behindert, gerne in Fantasiewelten flüchtet. Da will ihm seine Mutter beim besten Willen nicht glauben, was er da in der Nähe von Bethlehem erlebt hat, mit einem leuchtenden Stern, drei Königen und einem neugeborenen Kind in einer Krippe.
Partner bei der neuen Produktion ist das Luxemburgische Nationaltheater, wo im Dezember bereits mehrfach gespielt wurde. Die Kritiken berichteten von begeisterten jungen Zuschauern, beflügelter Fantasie und mitreißenden Effekten.
Das Geheimnis von Opera mobile ist, dass man Oper für Kinder genauso ernst nimmt wie eine Produktion für Erwachsene. Als Regisseur konnte Reto Nickler gewonnen werden, der an renommierten Häusern in ganz Europa inszeniert - unter anderem an der Wiener Staatsoper mit Franz Grundheber. Den Orchesterpart übernimmt das Luxemburger Kammerorchester - ein auch in Trier hochgeschätztes Ensemble mit langjähriger Konzert-Erfahrung. "Die Kinder dürfen sogar aktiv mitwirken", verrät Jonathan Kaell, "aber wie, das erfährt man erst in der Vorstellung."
"Amahl und die nächtlichen Besucher", Freitag, 4. Januar, 19 Uhr, Tuchfabrik Trier. Infos: www.tufa-trier.de; www.studio-operamobile.eu
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