Ein Privatinvestor soll das Trierer Theater kaufen, sanieren und damit retten. So lauten die Pläne des Kulturdezernenten Thomas Egger (FDP). Intendant Gerhard Weber betont: Die Stadt könne das Gebäude gerne verkaufen, aber jeder Einfluss auf den Theaterbetrieb sei tabu.
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Gerhard Weber.
Trier. Der Plan klingt simpel. Die Stadt Trier wird sich auch mit massiver Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz die 20 Millionen Euro teure Sanierung ihres alten Theaters niemals leisten können. Deshalb verkauft sie das Gebäude an einen Investor, lässt diesen die Sanierung und Modernisierung finanzieren und mietet das Objekt anschließend wieder. Dezernent Thomas Egger verhandelt bereits mit zwei Interessenten (der TV berichtete).
Eine solche Lösung setzt voraus, dass das Theater nach der Sanierung aus Sicht des Investors befriedigend hohe Umsätze generiert. In dieser Situation ist die Forderung des Geldgebers auch nach einem inhaltlichen Mitspracherecht alles andere als ausgeschlossen. Einen solchen Einfluss auf den Theaterbetrieb zieht Egger allerdings nicht in Betracht, und Intendant Gerhard Weber schließt einen solchen kategorisch aus. "Thomas Egger und ich waren uns in allen bisherigen Vorgesprächen absolut einig, dass der Investor zwar das Theater kauft, der Betrieb aber weiterhin in unserer Hand liegt", betont Weber.
Er kenne die Partner nicht, mit denen Triers Kulturdezernent zurzeit verhandelt, sagt der Intendant. "Das muss ich auch nicht. Diskretion ist in diesem sensiblen Stadium der Verhandlungen absolut wichtig, und ich werde Thomas Eggers Bemühungen nicht stören." Höhere Einnahmen und eine solide Basis für die Zukunft "sind die Ziele aller Beschäftigten des Theaters, doch dafür sind nicht alle Mittel recht." Einflüsse eines Investors auf Programm, Inszenierung und Spielbetrieb kommen für Weber nicht infrage.
Hiltrud Zock ist einer der Trierer Kulturengel. Die Chefin der Agenturhaus GmbH gehört zu den Menschen, die ihr Wissen und ihre Energie in der Kulturstiftung Trier zur Realisierung von Projekten einsetzen. Auch dem Theater ist sie sehr verbunden. "Grundsätzlich sind Verhandlungen mit möglichen Investoren die passenden Mittel in unserer momentanen Situation", sagt sie. "Dezernent Egger ist auf dem richtigen Weg."
Auch sie stellt sich die Frage, inwieweit eine strukturelle Veränderung des Theaters infrage kommt, um es für einen Geldgeber interessant zu machen. Hier geht Zock wesentlich weiter als Intendant Weber. "Die starren Grenzen müssen einfach weg", sagt sie. "In Zukunft muss im Theater eben mehr als Theater drin sein."
Die bereits von Thomas Egger ins Spiel gebrachte gastronomische Schiene mit einem Bistro oder Restaurant sei dabei in Ordnung, werde aber alleine nicht ausreichen, um einen Investor für das Theater zu interessieren. "Ich denke an das Flair einer Kulturstätte", sagt die Marketingexpertin. "Ein Komplettpaket mit Galerie, Theater, Gastronomie sowie Tagungs- und Kongresszentrum." Dann werde ein Investor auch die "notwendige Wertschöpfung" erreichen und kein Interesse daran haben, auf den Spielbetrieb Einfluss nehmen zu wollen.
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