Die Förderung und Unterstützung junger Künstler gehört zur Philosophie des Mosel Musikfestivals. Mit einem Klavierrezital des 14-jährigen Pianisten Philipp Vitkov an der Mosel wurde das einmal mehr in die Tat umgesetzt.
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Talentiert und stürmisch hat sich Philipp Vitkov in seinem Heimatort Bernkastel-Kues präsentiert. TV-Foto: Gerhard W. Kluth
Bernkastel-Kues. Er ist gerade einmal 14 Jahre alt, und wenn man ihn sieht, glaubt man es noch nicht einmal so wirklich. Relativ klein ist Philipp Vitkov, der junge Pianist aus Bernkastel-Kues, der beim diesjährigen Mosel Musikfestival gleich zwei Auftritte bestreiten konnte. Zum einen beim Wandelkonzert im Cusanusstift und dann mit einem eigenen Nachmittag im Weinmuseum seiner Heimatstadt. Weit über 100 Musikfreunde kamen in den Festsaal, um den jungen Pianisten zu erleben.
Intendant Hermann Lewen unterstrich die Bedeutung, die gerade junge Künstler für sein Festival haben. Dies umso mehr, wenn es "um einen Propheten aus dem eigenen Land" geht. Die Reaktionen des Publikums gingen weit auseinander. Sie reichten von der Bezeichnung "Wunderkind" für den jungen Pianisten bis hin zur Frage, ob Philipp Vitkov angesichts der teilweise sehr gewagten Tempi am Abend noch einen Termin habe und schnell fertig sein müsse.
Ein Wunderkind ist der 14-Jährige mit Sicherheit nicht, aber, und da waren sich alle Zuhörer einig, er ist ein Junge mit einer unglaublich großen Begabung. Was der Schüler des Musikgymnasiums Schloss Belvedere in Weimar zu leisten im Stande ist, geht schon weit über das hinaus, was andere in seinem Alter zustande bringen.
Ein großes Programm hatte Philipp Vitkov sich für seinen Auftritt zusammengestellt. Angefangen bei Joseph Haydns Klaviersonate C-Dur, Hob. XVI, Nr. 50, über die c-Moll Sonate, Opus 13,8, von Ludwig van Beethoven, Robert Schumanns "Waldszenen" bis hin zur Polonaise c-Moll, Opus 40,2, von Frédéric Chopin und dem Allegretto aus der "Grande étude de Paganini" von Franz Liszt.
Der in Rezensionen beliebte Ausdruck "stupend" (für: erstaunlich, verblüffend) hatte hier, besonders auf die technischen Leistungen bezogen, seine eindeutige Berechtigung. Das Musikalische blieb an manchen Stellen auf der Strecke. Dies war verständlicherweise Vitkovs Alter geschuldet, aber er opferte es teilweise auch seiner unbändigen Virtuosität. So stürmte er durch das Rondo der Beethovensonate geradezu hindurch. Und auch dem Wald in Schumanns Opus 82 mochte er sich noch nicht so nähern, wie der Komponist es sich gedacht hat. An vielen Stellen wollte er nicht recht verweilen, aber welcher 14-Jährige tut das schon.
Philipps Vitkovs Konzert war ein Erlebnis, und es offenbarte ein großes Talent. Ein Talent, das es zu begleiten und zu fördern gilt. Das es aber auch zu beschützen gilt, damit es sich weiterentwickeln kann und nicht verheizt wird.
Zu den vielen schönen Dingen, die die Mosel zu bieten hat, findet man Zugang über den Wein. Auch die moselländische Küche ist - natürlich - vom heimischen Wein inspiriert und bereichert. mehr...
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