ausallerwelt/kultur
Mittwoch, 23.05.2012 | ePaper Newsletter Registrieren Login | Auto Immo Stellen
Benutzer: Passwort:
Login merken
aus unserem Archiv vom 17. August 2009
Autor: Von unserem Redakteur Dieter LintzOrt: Drucken  E-Mail

Jetzt dreht sich das Karussell

Ab dem 1. September gibt es in Trier ein neues Kulturzentrum. Betrieben von einer privaten Initiative aus der studentischen Szene, will das "Karussell am Zuckerberg" mit Ausstellungen, Theater und unkonventionellen Formen eine Lücke im Angebot der Region schließen.

Podcast
Fotostrecke
Trier. Mehr als 20 000 Studenten leben in und um Trier. Trotzdem gibt es kaum Ansätze für eine studentische Kulturszene, wie sie in traditionellen Hochschulstädten gang und gäbe ist. Die vorhandenen Kultur-Institutionen tun sich schwer mit der Zielgruppe vom Tarforster Campus oder dem Schneidershof. Das Theater kriegt keine Kontinutität in seine Bemühungen, die Tufa ist seit Jahren vergeblich auf der Suche, die "Produktion" hat gerade Pleite gemacht.
 
Nun macht sich eine kleine, aber kreative Initiative auf, um die bestehende Lücke zu schließen. "Karussell e.V." heißt der von sieben Studenten gegründete Verein, der ab September eine Kombination aus Café, Treffpunkt, Ausstellungsraum und Theaterbühne betreiben will.
 
Mit den Räumlichkeiten haben die jungen Kulturmacher einen Glückstreffer gelandet. Jahrelang stand die ehemalige Druckerei Sonnenburg in der Zuckerbergstraße leer, trotz guter Lage in Steinwurf-Weite von der Fußgängerzone, keine drei Minuten von der "Trier-Galerie" entfernt. Der sperrige Komplex mit dem kleinen Ladenlokal und dem großen Druckerei-Saal bot offenkundig nicht das, was "normale" gewerbliche Nutzer suchten.
 
Für einen Brutkasten alternativer Kultur könnten die Umstände freilich kaum besser sein. Der verblichene Charme der einstigen Produktionsstätte zwischen Handwerk und Industrie schafft einen Kunst-Raum, der zu Kreativität geradezu einlädt. Da verbietet sich eine Edel-Renovierung von selbst - finanzierbar wäre sie ohnehin nicht. "Wir haben alle unsere Ersparnisse hier reingesteckt", verrät Gründungs-Mitglied Kathrin Schug. Bei Leuten, die sich überwiegend noch im Studenten-Status befinden, sind das eher bescheidene Summen. So probt denn die Truppe, 100 Meter neben dem Karl-Marx-Haus, wie das in der Praxis funktioniert mit der Einheit von Kopf- und Handarbeit. Vier Wochen stehen zur Verfügung, um eine Brache in Eigenleistung in ein Kulturzentrum mit stylischem Café, hellen Ausstellungsräumen und bespielbarem Theatersaal zu verwandeln - Toiletten-Einbau inklusive.
 
Keimzelle des "Karussells" ist das "Theater Umriss", dessen ungewöhnliche Produktionen im Exhaus ("Schieß doch, Kaufhaus", "Nachtasyl") ebenso für Aufsehen sorgten wie ein schräges Happening am Rand des Rosenmontagszuges. Einer der Köpfe ist der umtriebige Schauspieler Immanuel Bartz, der als Heinrich Heine beim Max-Tuch-Theater brillierte, aber auch mit der studentischen "Bühne 1" im Stadttheater auftrat. Er will weg von dem, was er "Feierabend-Theater" nennt, weg auch vom typisch Trierischen Schmoren im eigenen Saft. Auf der Karussell-Bühne sollen sich Eigenproduktionen wie "Kaputt" von Rasa Hanke mit profilierten Gastspielen freier Bühnen wie "Two Eyes" aus Köln mischen. Aus der Tufa wechselt Dirk Baethge mit seinem Kult-Programm "Dodó" ins Karussell, aus der Produktion kommt Poetry-Slammer Dorian Steinhoff. Es gibt ein Wiedersehen mit der Chanson-Sängerin Esther Borkam und dem Autor Dirk Bernemann, dazu Hörspiel-Kino und freies Assoziieren.
 
"Es passiert viel Gutes in Trier, aber es hat bislang keine eigene Plattform", sagt Bartz. Das soll sich nun ändern. An Wohlwollen fehlt es offenkundig nicht, das Studierendenwerk und die Sparkassenstiftung unterstützen das Projekt, die Stadt will mit Rat und Tat helfen. Trotzdem bleibt das Projekt ein Ritt über den Bodensee. Bis zum Jahresende wollen die Karussell-Gründer herausfinden, ob ihre Idee tragfähig ist für Trier - und ob Trier tragfähig ist für ihre Idee.
 
EXTRA
 
1. September: Eröffnung mit der Ausstellungs-Vernissage der Pariser Wand-Malerin Jeanne Boyer und DJ Sascha Timplan. 3./4. September: "Kaputt" von Rasa Hanke in einer Produktion des "Theater Umriss" 5. September: "13 Kurze mit Marx". Till Reiners und Roman Schmitz helfen, Marx zu kapieren 12. September: Kopfkino 18./19. September: "Two Eyes" mit der "etwas anderen Version" von Schillers Maria Stuart 19./20. September: Poetry Slam Workshop mit Dorian Steinhoff 22. September: Lesung Dirk Bernemann - Ich hab' die Unschuld kotzen sehen 23. September: "Diwahn!" Chansons mit Esther Borkam und den Ninks 24./25. September: "Dodó - Mann fatal" mit Dirk Baethge (Weitere Infos:  www.karussell-trier.de)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:


Was ist das?

Kommentare via facebook


Anzeige

  • Anzeige
  • Anzeige
  • Anzeige
  • Anzeige
  • Sonderthemen
  • Anzeige
  • Wetter
  • Anzeige
  • Aktuelle Dossiers
  • Anzeige
  • Anzeige


volksfreund.de

© volksfreund.de | Alle Rechte vorbehalten | Medienhaus Trierischer Volksfreund

Weitere Partner-Angebote
Immobilien | Stellenangebote | Autoanzeigen
Pflegekritik | Kleinanzeigen | volksfreund-shop.de | Ersatzteile | Ferienwohnungen | MACHER | Unternehmen Erfolg | tippfreund.de | lokalo.de | Netz gegen Nazis

Anzeige