Man muss sich das so vorstellen: Da sind fünf junge Männer, die hormongeflutet vom wilden, geilen Leben träumen. Bloß ist dieses Leben nirgendwo in Sicht.
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Das macht die Männer zornig. Und weil sie außer der Wut nur ihre Musikinstrumente haben, werden Gitarren, Bass und Schlagzeug zu Instrumenten der Wut. Dazu rotzt der Sänger ein „I can't get no satisfaction“ ins Mikro.
Vielen Jugendlichen gefällt das. In der Wut und Unzufriedenheit der Band erkennen sie ihre eigene Wut und Unzufriedenheit wieder. Kein Wunder, dass die Verkaufszahlen durch die Decke gehen. Bald schon sind aus den fünf jungen Männern fünf junge Millionäre geworden. Jetzt können sie endlich das Leben führen, von dem sie geträumt haben. Nichts und niemand hindert sie daran, hübsche Models und teure Drogen zu nehmen. So verflüchtigt sich die Wut ihrer Jugendtage. Worauf sollten sie auch wütend sein? Auf die schrankenlose Freiheit? Auf die Partys? Auf den Rausch?
Eigentlich könnten sie sich jetzt zur Ruhe setzen. Doch weil dies auf Dauer dann doch ein wenig langweilig wäre, machen die zum Quartett geschrumpften Stones weiter Musik. Nur ihre Lieder, die klingen ohne Wut nur noch halb so aufregend. Wie die einer Coverband. Oder schlimmer noch: wie eine Parodie. Daher sei die Frage erlaubt: Warum soll man den 50. Geburtstag einer Band feiern, die sich besser vor 40 Jahren – nach „Exile on Main St.“ – aufgelöst hätte? PS: Wieso gibt es eigentlich die Toten Hosen noch?
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