Totenköpfe und Impressionen aus London: Laas Koehler zeigt in der Galerie Neosyne in der Trierer Karl-Marx-Straße sein neues Projekt - in dem sich alles um kleine Punkte dreht.
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Ein Mann, viele Punkte: Laas Koehler mit einem umgestalteten Totenkopf. TV-Foto: Eva-Maria Reuther
Trier. Mangelnde Nachhaltigkeit kann man ihm weiß Gott nicht vorwerfen. Laas Koehler macht sein künstlerisches Ding, unbeirrt und bisweilen sogar mit missionarischem Eifer; und das seit Jahren. So wie er auch sein Punkteprojekt vorantreibt, das er derzeit in der noch jungen Galerie Neosyne in der Trierer Karl-Marx-Straße präsentiert.
"London ist verdammt teuer"
Mit einem Punkt (glücklicherweise einem roten zur Markierung einer verkauften Arbeit) hat alles angefangen. Bis ins Hunderttausendfache sollen sich Punkte und Verkäufe künftig nach Koehlers Willen mehren und zu neuen Bildern vereinen. "Vom Punkt gehe ich in die Fläche und von dort in den Raum", beschreibt der Künstler seinen Schaffensprozess und geht damit nicht nur den Weg zahlreicher Kollegen, sondern outet sich auch noch als zeitgenössischer Euklid-Jünger.
Aus privaten Gründen ist der Wahltrierer derzeit meist in London ansässig. Er wäre nicht Laas Koehler hätte, er nicht gleich die englische Metropole und das Leben dort in seiner Kunst verarbeitet. "Living in London is so fucking expensive" heißt der natürlich gepunktete Titel der aktuellen Schau. Zu Deutsch: "London ist verdammt teuer". Womit er recht hat. Was es dort wie hier für teures Geld zu kaufen gibt, ist auch zu sehen etwa als gepunktetes und verpacktes "Take away".
Was den Künstler sonst noch bewegt, hat er als Schriftzug aus Punkten an die Wand gehängt. "Hype", "Still hungry" oder "Art Collector".
Und punktum: Auch mit Hommagen an seine Vorbilder Damian Hirst und Gerhard Richter spart der vielseitige 1973 geborene Berliner nicht. Koehlers bildkünstlerisches Werk oszilliert zwischen Fluxus, Multiple, Minimal Art und den bekannten Schriftbildern. Und ein bisschen hat die neue Trierer Schau etwas von jenen Giftshops und Postkartenständern, wo man die Merksätze lebender und toter Größen erwerben kann. Aber genau das macht den Reiz dieser Ausstellung aus.
Der kleine Galerieraum zwischen Leerstand und Sexschuppen verortet die Kunst genau da, wo sie heute vielfach angesiedelt ist: Zwischen flotten Sprüchen, Markt, Spaß und gähnender Leere. Raum und Kunst verschmelzen so zum Gesamtkunstwerk, werden zur Inszenierung aktueller Kunstbefindlichkeit. er
Die Ausstellung läuft bis zum 18. März. Öffnungszeiten: samstags und sonntags, 15 bis 19 Uhr, Telefon: 0176/64195899.
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