Er kommt mit seiner Blockflöte aus dem Publikum wie Gott Pan aus dem Wald. Auf der Bühne im Philharmonie-Kammermusiksaal verknotet der 1,90-Meter-Mann dann mal die Beine, stellt sich mal auf einen Fuß, schwenkt den Oberkörper in alle Richtungen - und musiziert dabei einfach fantastisch.
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Jemanden, der auf den problematischen, weil nicht selten unsinnlich-langweiligen Blockflöten so farbenreich bläst wie Erik Bosgraaf, wird man einige Zeit suchen müssen. Der 32 Jahre junge Flötist aus den Niederlanden reiht in den Klangfiguren aus dem 17. Jahrhundert die Töne wie Perlen an der Schnur, versteht sich aber auch aufs innige Legato und demonstriert in Luciano Berios Solostück "Gesti" von 1966, was die Flöte an originellen Klängen hergibt. Cembalist Alessandro Pianu und Gitarrist Izhar Elias müssen schon zu zweit auftreten, um optisch und akustisch mithalten zu können. Als Trio dann sind sie fast unschlagbar. Das Programm bestand überwiegend aus sogenannten "Grounds" des 17. Jahrhunderts - Oberstimmen-Variationen über einer gleich bleibenden Basslinie. Die können ganz schön langweilig werden, weil in den Bass-Wiederholungen die Gefahr der Monotonie lauert. Aber die drei jungen Auswahlmusiker der Euro pean Concert Hall Organisation präsentieren die alte Musik mit einer solch allürenfreien Brillanz, dass alle Einwände verblassen. Jubel unter den 250 Besuchern. Die sechs Konzerte der Reihe "Rising Stars" sind schon längst ein Geheimtipp. Martin Möller
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