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aus unserem Archiv vom 10. Juli 2012
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Musical in Bayern Pleite - offene Rechnungen in Trier

Die Produktionsfirma des im bayerischen Kempten inszenierten Musicals "Ludwig 2 - der König kommt zurück" ist insolvent. Das hat möglicherweise negative finanzielle Folgen für den Intendanten des Trierer Stadttheaters und das Theater selbst.

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Trier/Kempten. "Der Kini ist schon wieder pleite" - unter diesem Titel berichtete die Süddeutsche Zeitung gestern über den dritten gescheiterten Versuch, das Leben König Ludwigs II. als Musical zu inszenieren. Es war seit vergangenem Sommer in Kempten in der Veranstaltungshalle Big Box gezeigt worden, nachdem schon ähnliche Versuche andernorts zuvor gescheitert waren. Die Musik für die Inszenierung stammt von Konstantin Wecker, das Bühnenbild war aufwendig gestaltet, die Stadt Kempten hatte sich erhofft, das Stück werde ein Publikumsrenner und dauerhafter Touristenmagnet. Doch im Juni meldete dem SZ-Bericht zufolge die Produktionsfirma "Shortcut Classics GmbH" Insolvenz an - mit möglicherweise negativen Folgen auch für das Trierer Stadttheater. Denn Teile des Bühnenbilds für das Musical wurden in den Werkstätten des Theaters gefertigt. Den Auftrag vermittelt hatte Intendant Gerhard Weber, der das Musical in der Theaterpause im Sommer 2011 als Gast inszeniert hatte - ein durchaus üblicher beruflicher Seitensprung in der Theater-Branche. Weber hat bisher noch kein Geld von der Produktionsfirma gesehen und deshalb nun einen geharnischten Brief an die Verantwortlichen vor Ort geschrieben. Es gehe insgesamt für ihn und das Theater um einen Betrag von rund 50 000 Euro, sagte Weber dem TV. Die Rechnungsbeträge für die Kulissen seien etwa ein Drittel dieser Summe.

Kritik am Marketing


"Die Produktion hat großen Spaß gemacht", sagt Weber rückblickend, "es war ein gutes Angebot und wir hatten gute Kritiken." Die Produktionsfirma habe aber Absprachen und Verträge nicht eingehalten. Weber, der ohnehin schon mit der Produktionsfirma im Rechtsstreit liegt, glaubt nicht, dass aus der Insolvenzmasse heraus viel zu holen sein wird. "Ich werde darüber finanziell sicher nicht zerbrechen", sagt Weber. Er ärgere sich vor allem über sich selbst, dass er den Versprechungen des Produzenten so vertraut habe. Gescheitert sei das Musical letztlich daran, dass "entschieden zu wenig Marketing" gemacht worden sei. Ob die Stadt Trier über das Insolvenzverfahren hinausgehende rechtliche Schritte einleitet, war gestern noch nicht in Erfahrung zu bringen. Erledigt hat sich mit der Insolvenz auf jeden Fall eine Idee Webers, die es im Anfangsstadium der Produktion gegeben habe, sagt der Intendant: Angedacht war ein Gastspiel des Ludwig-Musicals in Trier. mic

 




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