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aus unserem Archiv vom 11. Juli 2012
Autor: Jörg Pistorius Kommentare: Kommentare zeigen Drucken  E-Mail

Pro: Kein Grund zum Meckern

Die Rolling Stones haben den Rock'n'Roll verraten, die Toten Hosen den Punk, Metallica den Metal. Wer dieser verqueren Denkweise folgt, muss jede Band zum Verräter stempeln, deren Mut, Kreativität und unbändige Energie neue Wege und Märkte im Musikgeschäft erschlossen haben und die dafür mit finanziellem Erfolg belohnt wurde.
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Wirklich echt und groß sind in dieser seltsamen Sicht der Dinge dann wohl nur die Künstler, die es früh dahingerafft hat oder die von Anfang an so konform waren, dass sie nichts hatten, was sie hätten verraten können. So wie die Neue Deutsche Welle.

Die Stones sind die Ältesten, aber nicht die einzigen Rocker, die noch auf der Bühne stehen. Iron Maiden, AC/DC und andere haben die 50 auch schon überschritten und füllen trotzdem Stadien rund um die Welt. Auch Udo Jürgens singt mit 77 vor ausverkauften Hallen.

Warum denn auch nicht? Vor 20 Jahren mag der Gedanke an Männer im Opa-Alter auf den großen Bühnen der populären Musik noch lächerlich gewesen sein. Doch diese Zeiten sind vorbei, der Markt und die Fans haben sich geändert. Die extreme Langlebigkeit mehrere Jahrzehnte alter Bands beruht eben nicht hauptsächlich auf der Kritiklosigkeit willfähriger Fans, die einfach alles kaufen.
Im Gegenteil: Wer heute ein solches Konzert mit den Senioren des Rock erlebt, sieht und feiert die Quintessenz eines Stils, einer Idee, die damals die Musikwelt verändert hat. Und daran gibt es wirklich absolut nichts zu meckern.


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