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aus unserem Archiv vom 06. September 2012
Autor: Dieter Lintz Kommentare: Kommentare zeigen Drucken  E-Mail

Von Berlin nach Beirut, vom Tatort auf den Kudamm, von Kinski zu den Killers

Als das Berliner "Hebbel am Ufer" , kurz "HAU", 2004 zum Theater des Jahres gewählt wurde, war das eine Sensation. Ein bescheiden subventioniertes Off-Theater, ohne eigenes Ensemble als beste deutsche Sprechbühne - das hatte es noch nie gegeben.
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Das Wunder vollbrachte der damals neue Intendant Matthias Lilienthal. Nun geht er zum Ende dieser Spielzeit als Kunst-Professor in den Libanon - und hinterlässt ein Haus, das diese Woche von den Kritikern erneut zum Theater des Jahres gekürt wurde. Schauspieler des Jahres: Sophie Rois und Sebastian Rudolph. So weit wird es Tatort-Kommissarin Maria Furtwängler wohl nie bringen. Und dennoch: Die Dame beweist Mut, wechselt sie doch mit 45 zum ersten Mal im Leben auf eine Schauspiel-Bühne. Das Theater am Kurfürstendamm gab am Dienstag bekannt, dass sie im Januar in der Neil-Simon-Komödie "Gerüchte, Gerüchte …" debütieren wird. Noch mal Berlin, noch ein Debüt: Zum allerersten Mal erhält der Architekt, Maler, Bühnenbildner und Designer Karl Friedrich Schinkel eine umfassende Werkschau. Der preußische Baumeister ist zwar in zahlreichen Gebäuden aus dem frühen 19. Jahrhundert verewigt, aber die anderen Facetten des Genies kamen bislang kaum zum Tragen. Im Kulturforum am Potsdamer Platz sind seit gestern auf 1200 Quadratmetern mehr als 300 Werke zu sehen, darunter der berühmte Ausstattungs-Entwurf für die "Zauberflöte". Vier Jahre hat das Berliner Kupferstich-Kabinett den riesigen Nachlass Schinkels gesichtet, sortiert und digitalisiert. Die Auswahl ist bis zum 6. Januar zu sehen. Musicals müssen keine musikalischen und inhaltlichen Belanglosigkeiten sein. Das beweist seit dieser Woche "Der Ghetto-Swinger" in den Hamburger Kammerspielen. Die Revue erzählt die Geschichte der Swing-Legende Coco Schumann, eines Jazz-Musikers, der die Hölle von Auschwitz überlebte. Das Publikum feierte nicht nur begeistert die Sängerin Helen Schneider, sondern auch den 88-jährigen Schumann, der das Stück aus der zweiten Reihe mit großer Bewegung verfolgte. Für Bewegung sorgten stets auch die Konzerte von John Cage, einem der Gurus der neuen Musik. Der Amerikaner klemmte schon mal Schrauben in die Saiten teurer Konzertflügel oder hieß sein Orchester minutenlang zu schweigen. Seine Experimentierfreude ließ die Emotionen hochkochen. Am Mittwoch wäre er 100 Jahre alt geworden. Regisseur Werner Herzog wurde am gleichen Tag zarte 70, aber mit aktueller Rockmusik hätte man ihn nicht unbedingt in Verbindung gebracht. Nun dreht er in New York ein Konzert der Band The Killers, das am 18. September live via You tube übertragen wird. 

 




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