Vorgelesen - Hörbücher: Thomas Wolfe: "Die Party bei den Jacks"
Eine große Party und der drohende Börsencrash: Darum geht es in Thomas Wolfes "Die Party bei den Jacks". Die Gesellschaftssatire über die Roaring Twenties ist unvollendet geblieben.
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Fragile Fassade des Wohlstands
Das Fragment, das erst lange nach dem frühen Tod des Autors veröffentlicht wurde, besitzt aber gerade heute Aktualität. Thomas Wolfe erzählt von einem einzigen Tag im Jahr 1928, wenige Monate vor dem Börsencrash und der Großen Depression. Er erzählt von Frederick Jack, einem aus Deutschland stammenden Juden und Selfmade-Millionär, und seiner Frau Esther Jack, einer gefeierten Bühnenbildnerin. Er erzählt von seiner Morgentoilette und ihren diebischen Hausmädchen, aber vor allem erzählt er von den Partyvorbereitungen und von der Party selbst. Und er erzählt von dem Feuer, das im Haus ausbricht, während alles, was Rang und Namen hat, oben in der schicken Penthouse-Wohnung der Jacks Cocktails schlürft … Wolfes Stil, die Art, wie er im dekadenten Reichtum der New Yorker High Society das Labile und Fassadenhafte zum Vorschein bringt, verursacht von der ersten Minute an ein beklemmendes Gefühl. Was Wolfe interessiert, ist nicht das, was in der Geschichte faktisch passiert - allzu viel passiert auch nicht. Es geht ihm um den hochmütigen Tanz einer Gesellschaft, die, noch beim Sturz in den Abgrund, den eigenen Wohlstand für ewig hält. Wolfe ist ein Beobachtungskünstler, der lange bei Details verweilt und sie sprachlich auskostet. Sprecher Matthias Brandt, Schauspieler und jüngster Sohn des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt, interpretiert den Text mit exakt der gehörigen Portion Ironie, nach der er verlangt. Eileen Blädel
Thomas Wolfe: "Die Party bei den Jacks", vier CDs, ca. 300 Minuten, Jumbo Neue Medien & Verlag GmbH, 2012, 19,99 Euro.
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