ausallerwelt/kultur
Donnerstag, 24.05.2012 | ePaper Newsletter Registrieren Login | Auto Immo Stellen
Benutzer: Passwort:
Login merken
aus unserem Archiv vom 19. Dezember 2011
Ort: TrierKommentare: Kommentare zeigenDrucken  E-Mail

Warme Stimmen in frostiger Atmosphäre

Der Tölzer Knabenchor ist aktuell eines der renommiertesten Jugend-Vokalensembles. Am Sonntagabend brachte er gemeinsam mit dem Barockorchester "L\'Arte del Mondo" Bachs Weihnachtsoratorium in der Trierer Konstantin-Basilika zu Gehör.

Podcast
Fotostrecke
Trier. Bachs Weihnachtsoratorium zählt zu den Perlen barocker Oratorienmusik. Dass nur vier der insgesamt sechs Kantaten (I-III sowie die sechste) aus dem Gesamtzyklus herausgegriffen wurden und am Sonntag en bloc statt in mehreren aufeinanderfolgenden Gottesdiensten aufgeführt wurden, tat der feierlichen Wirkung der Komposition keinen Abbruch. Für das Abschlusskonzert des Mosel Musikfestivals 2011 hätte man sich kein stimmungsvolleres und festlicheres Stück wünschen können.
Die Sängerknaben des Tölzer Knabenchors unter der Leitung des Dirigenten Werner Ehrhardt gaben ihr Bestes, den etwa 1000 Konzertbesuchern ein außergewöhnliches und eindrucksvolles musikalisches Erlebnis zu bieten. Glockenrein und klar, "jauchzend und frohlockend" und in jeder Hinsicht äußerst differenziert erklang nicht nur der Eröffnungs-Choral der ersten Kantate. Neben den feierlich-beschwingten Tönen gelang es dem Chor unter Ehrhardts Leitung auch, in ruhigere, bisweilen meditative Stimmungen einzutauchen. So erklang der eine oder andere Choral wie eine Insel der emotionalen Beruhigung und der Besinnlichkeit inmitten des hektischen Weihnachtstrubels.
Besonders beeindruckend war neben der rein sängerischen Leistung die Textverständlichkeit: Jedes Wort war, auch ohne die begleitende Lektüre des zur Verfügung gestellten Textheftes, klar und deutlich zu vernehmen. Hervorragend war die Leistung der Solisten: Stephanie Elliott (Sopran), Ulrike Andersen (Alt) und Raimund Nolte (Bariton) überzeugten gleichermaßen durch eine geschmackvolle und ästhetisch reflektierte Ausgestaltung ihrer Partien. Besonders brillieren konnte Krystian Adam (Tenor), der vor allem in der Arie "Frohe Hirten, eilt, ach eilet" durch meisterhafte Koloraturen und eine kontrolliert-virtuos geführte Stimme bestach.
"L\'Arte del Mondo", ein Orchester, das sich in der Tradition der Alten Musik sieht, musizierte auf historischen Instrumenten und erfüllte die Basilika zeitweise mit einem weichen und kultivierten Klang. Jedoch überzeugte das Orchester lediglich partiell, da die zugegebenermaßen problematische Akustik der Basilika das Zusammenspiel offenbar erschwerte und zudem das im Raum wahrgenommene Klangergebnis recht eigentümlich verzerrt wurde.
Ein weiterer Wermutstropfen war die Raumtemperatur, die nicht nur das saubere Intonieren der Instrumente erschwerte, sondern das Konzert auch für die Zuhörer zur Zitterpartie werden ließ. JL




Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:


Was ist das?

Kommentare via facebook


Anzeige

  • Anzeige
  • Anzeige
  • Anzeige
  • Anzeige
  • Sonderthemen
  • Anzeige
  • Wetter
  • Anzeige
  • Aktuelle Dossiers
  • Anzeige
  • Anzeige


volksfreund.de

© volksfreund.de | Alle Rechte vorbehalten | Medienhaus Trierischer Volksfreund

Weitere Partner-Angebote
Immobilien | Stellenangebote | Autoanzeigen
Pflegekritik | Kleinanzeigen | volksfreund-shop.de | Ersatzteile | Ferienwohnungen | MACHER | Unternehmen Erfolg | tippfreund.de | lokalo.de | Netz gegen Nazis

Anzeige