ausallerwelt/kultur
aus unserem Archiv vom 30. Dezember 2012
Autor: Eva-Maria Reuther Kommentare: Kommentare zeigen Drucken  E-Mail

kunstgeschichte(n)

Paul freut sich immer schon wochenlang vorher auf das Silvester-Feuerwerk. Mit Papa hat er ein paar Raketen gekauft, die sie zusammen abschießen wollen.

Podcast
Fotostrecke
"Müsst ihr denn jedes Jahr soviel Geld in die Luft feuern", fragt Mama streng. "Ein Feuerwerk gehört zum Neuen Jahr", kommt Opa den beiden Feuerwerkern zur Hilfe. "Das war schon vor 1000 Jahren so." Tatsächlich wurden die ersten Feuerwerke vor über 1000 Jahren in China bei Festen abgebrannt. Wahrscheinlich hat es damals aber nur geknallt. Die Feuerwerkskunst mit Sternen, Goldregen und bunter Farbenpracht, wie wir sie heute kennen, wurde in Japan entwickelt. Dort nennt man sie "Blumen aus Feuer". In Europa gibt es Feuerwerke seit gut 600 Jahren. Ganz groß in Mode kamen sie vor etwa 300 Jahren im Barock. Bei großen Festen aber auch bei Siegesfeiern ließen Könige und Fürsten prächtige Feuerwerke veranstalten. Schon bald wurde dazu auch Musik gemacht. Die bis heute berühmteste Feuerwerksmusik wurde 1749 ( also vor 263 Jahren) in London aufgeführt. Ein Jahr vorher hatte der englische König Georg II. einen langen Krieg beendet. Den neuen Frieden wollte er mit einem großen Feuerwerk mit Musik feiern. Deshalb beauftragte er den Komponisten Georg Friedrich Händel, ein Stück zu schreiben, dessen Musik zu den bunten Bildern am Himmel und zum Krachen der Feuerwerkskörper passte. Die Aufführung fand in einem Park statt. Das Orchester, in dem über 100 Musiker gespielt haben sollen, bestand aus Pauken und Blasinstrumenten. Heute würde man sagen, das war eines der ersten Open-Air-Konzerte. Schon zur Probe kamen über 10 000 Zuschauer, so dass die Straßen verstopft waren. Auch bei der Uraufführung (also der ersten Aufführung) ging viel schief. Die Raketen knallten schon, bevor die Musik einsetzte und nichts passte zusammen. Weshalb Händel ziemlich sauer war. Bis heute ist es schwer, synchron mit einem Feuerwerk zu spielen, also so zu spielen, dass die Musik auf das Krachen der Feuerwerkskörper und die Bilder am Himmel passt. Trotzdem bleibt Musik zu Feuerwerken weiterhin sehr beliebt. Als 2009 die österreichische Stadt Linz für ein Jahr europäische Kulturhauptstadt wurde, schrieb der englische Komponist Orlando Gough eine Festmusik, die er "Raketensinfonie" nannte. Sie wurde zu dem großen Silvester- Feuerwerk gespielt, mit dem das Jahr 2009 eröffnet wurde. Eva-Maria Reuther




Das könnte Sie auch interessieren:



Kommentare via facebook





Anmeldung
Benutzer: Passwort:
Login merken

Sie haben noch keinen Login? Hier kostenlos registrieren.
Haben Sie Ihr Passwort vergessen?