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Luxleaks-Affäre: Anklage gegen drei Informanten erhoben

(Luxemburg) Die „Luxleaks“-Affäre um Steuervorteile für internationale Konzerne in Luxemburg hat ein gerichtliches Nachspiel. Drei Männer müssen sich vom 26. April an vor einem Gericht in Luxemburg-Stadt verantworten, weil sie Steuerdeals zwischen Unternehmen und Steuerbehörden an die Öffentlichkeit brachten. Dies teilte ein Justizsprecher mit.

08.01.2016
dpa
Angeklagt sind zwei Ex-Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sowie ein französischer Journalist. Die früheren PwC-Angestellten werden des Diebstahls, des illegalen Zugriffs auf ein Computersystem, der Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen, des Bruchs der beruflichen Schweigepflicht und des Besitzes von gestohlenen Dokumenten beschuldigt. Der Journalist ist angeklagt, unterschlagene Dokumente veröffentlicht zu haben.

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage bis zum 4. Mai angesetzt. Durch die „Luxleaks“ genannten Veröffentlichungen wurde eine europaweite Diskussion über Steuertricksereien ausgelöst. Die luxemburgischen Finanzbehörden hatten über Jahre hinweg mit einer Reihe von Großkonzernen individuelle Vereinbarungen über die zu zahlenden Steuern geschlossen. Die luxemburgische Regierung hatte ebenso wie PwC und die Unternehmen erklärt, diese Steuerfestsetzungen („Tax Rulings“) entsprächen den geltenden Gesetzen.

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