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„Upps, sorry“ - Luxair-Unfall in Saarbrücken: Menschliches Versagen Ursache für Beinahe-Katastrophe

(Saarbrücken/Luxemburg) Ein fataler Fehler der 27-jährigen Co-Pilotin hat zu dem Unfall einer Propellermaschine der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair im vergangenen September in Saarbrücken geführt Das geht aus einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hervor.

23.02.2016
Von Bernd Wientjes
Die Startfreigabe für Luxair-Flug LG.9562 erfolgt um 10.15 Uhr und 3 Sekunden. Das Propellerflugzeug vom Typ Q.402 rollt an diesem klaren, kühlen Mittwochmorgen nach einem kurzen Zwischenstopp beim Rückflug von Hamburg nach Luxemburg auf die Piste 09 des Saarbrücker Flughafens. Um 10.16 Uhr und 24 Sekunden, 25 Minuten früher als geplant, beginnen die Startvorbereitungen. An Bord des Weiterflugs nach Luxemburg: 16 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Verantwortlicher Pilot ist ein 45-Jähriger, seine Co-Pilotin ist eine 27-Jährige, die 1483 Stunden Flugerfahrung mit der Propellermaschine gehabt hat. Die Co-Pilotin ist während des Startvorgangs für das Einziehen des Fahrwerks zuständig. 

Während die Maschine des Herstellers Bombardier mit 148 Stundenkilometern über die Startbahn rollt, checkt die 27-Jährige die Systeme. Kurz vor dem Abheben, um 10.16 Uhr und 42 Sekunden, ist im Cockpit ein Klick-Geräusch zu hören. „Upps, sorry“, sagt die Co-Pilotin eine Sekunde später. Das Flugzeug knallt mit dem Hinterteil auf den Boden, setzt drei Mal auf und rutscht 875 Meter über die Startbahn, bevor es auf dem Rumpf liegend zum Stehen kommt. 425 Meter vor Ende der Piste. Um 10.16 Uhr und 44 Sekunden endet die Aufzeichnung des Stimmenrekordes im Cockpit. Wegen der Rauch- und Geruchsentwicklung in der Kabine beginnt die Besatzung sofort mit der Evakuierung des Flugzeugs. Alle Passagiere und die Luxair-Crew können die Maschine unverletzt verlassen. 


Video vom Einsatz der Rettungskräfte am Flughafen

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