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Der Printemps musical: Immer für Überraschungen gut

Seit 31 Jahren organisiert das Tourismus-Büro der Stadt Luxemburg (LCTO) die Konzertreihe "Printemps musical". Rund 250 Konzerte hat es seither gegeben, mit einem wechselnden Spektrum von Klassik bis Pop. In den letzten Jahren hat sich der Fokus mehr und mehr auf Jazz und vor allem Weltmusik verlagert.
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Und damit hat der "Printemps" spätestens seit dem Kulturhauptstadtjahr 2007 ein klares Profil in der vielfältigen Luxemburger Kulturlandschaft entwickelt. Es gibt eine enge Abstimung mit dem seinerzeit aus der Taufe gehobenen "MeYouZik"-Festival, die häufig Wieder-Begegnungen mit den Entdeckungen des Sommer-Open-Airs ermöglicht - in dieser Saison gleich drei Mal.
Aber es tauchen auch immer wieder neue große Namen aus der Weltmusik-Szene auf. Der "Printemps" ist quasi das musikalische Fernrohr Luxemburgs, und wer Lust auf Reisen ins musikalische Neuland hat, kann sich jederzeit überraschen lassen.
Das Publikum hat die Reihe offenbar ins Herz geschlossen. Bei den 13 Konzerten der Jubiläumssaison 2012 lag die Auslastungsquote bei 80 Prozent - eine bemerkenswerte Zahl angesichts der riesigen Konkurrenz auf dem Veranstaltungssektor.
Für die zwölf Abende, die vom 6. März bis zum 15. Mai auf der Agenda stehen, macht man es dem Publikum auch in der Wahl der Locations diesmal denkbar leicht. Die erste Festival-Hälfte findet im stimmungsvollen Atelier in der Nähe des Bahnhofs statt, in der zweiten Hälfte schlägt der "Printemps" seine Zelte im Konservatorium auf, im Südwest-Stadtteil Merl, nicht weit vom Nationaltheater. Im Atelier beginnt der Auftritt jeweils um 20.30 Uhr, im Conservatoire um 20 Uhr.
Die Preise sind zivil, liegen trotz der international renommierten Gäste in der Regel bei 25 Euro (ermäßigt: 20 Euro), im Konservatorium gibt es auch noch günstigere Kategorien.

Hier ein Überblick über die Konzerte:
Mittwoch, 6. März, Atelier
Bauchklang - Ray-Tour 2013

Die niederösterreichischen Stimmbandkünstler gelten als die europäische Antwort auf Bands wie Naturally 7. Ein komplettes Orchester aus fünf Kehlen, mit "Mouthpercussion" und "Human Beatbox".
Sonntag, 17. März, Atelier
Mehliana feat. Brad Mehldau

Den amerikanischen Jazz-Pianisten Brad Mehldau kann man normalerweise nur aus der Ferne auf den lichten Höhen der Philharmonie betrachten. Ins hautnahe Atelier kommt er mit Schlagzeuger Marc Guliana zu einer komplett improvisierten Performance mit E-Piano, Synthesizer und Perkussion.
Montag, 1. April, Atelier
Staff Benda Bilili

Achtung: Dieses Konzert mit der kongolesischen Kultband, die auch bereits beim MeYouZik-Festival gefeiert wurde, musste leider unmittelbar vor Redaktionsschluss abgesagt werden. Ein neuer Termin steht bislang nicht fest.
Montag, 15. April, Atelier
Buika

Flamenco ist eine traditionelle Musikform. Aber sie lebt davon, dass sie immer wieder von jungen Künstlern neu erfunden wird. So wie Buika, der Spanierin mit der Riesen-Stimme.
Mittwoch, 17. April, Atelier
Khalifé-Schumacher-Tristano

Schöner können Weltmusik, Jazz und Luxemburg gar nicht auf einen Nenner kommen als mit dem Trio aus den einheimischen Top-Künstlern Pascal Schumacher (Vibraphon) und Francesco Tristano (Klavier) sowie dem Perkussion-Weltstar Bachar Khalifé aus Beirut.
Samstag, 20. April, Atelier
Rokia Traoré - Beautiful Africa

Die Diplomatentochter aus Mali gilt als eine der einflussreichsten und innovativsten Musikerinnen Westafrikas. Im März soll ihr neues Album "Beautiful Africa" erscheinen - das Luxemburger Publikum wird zu den ersten gehören, die es live kennenlernen.
Sonntag, 28. April, Atelier
Headhunters

An der Wiege der Headhunters steht kein Geringerer als Herbie Hancock. 1973 gründete er die Band für sein gleichnamiges Album, nach seinem Ausstieg mauserten sich die einstigen Begleiter zu einer der großen Jazz-Fusion-Formationen. Heute schlagen sie sogar den Bogen zum HipHop - an ihrem letzten Album war Snoop Dog beteiligt.
Montag, 29. April, Conservatoire
Vieux Farka Touré & Idan Raichel

Desert Blues meets Middle East, so heißt es, wenn der westafrikanische Gitarrist Vieux Farka Touré auf den israelischen Rastaman und Pianisten Idan Raichel trifft. Mit von der Partie sind Yossi Fine, Bass, und Souleymane Kane, Kalebasse.
Sonntag, 5. Mai, Conservatoire
Ana Moura - Desfado

Die junge portugiesische Sängerin gehört zu den großen Nachwuchshoffnungen des Fado. Denn sie bricht zunehmend aus dem engen stilistischen Konzept der Tradition aus und verbindet Fado mit neuen Formen - bis hin zu den Songwriter-Klängen einer Joni Mitchell.
Montag, 6. Mai, Conservatoire
Luxembourg Jazz Orchestra

20 Jahre ist das LJO alt, entstanden aus einer Initiative von Ernie Hammes im Rahmen des "Printemps musical". Die Elite der Jazzer aus dem Großherzogtum läst regelmäßig Stars aus aller Welt ein - diesmal die New York Voices, ein grammy-prämiertes Vokalquartett, das schon mit Jazz-Giganten wie Bobby McFerrin und George Benson aufgetreten ist.
Dienstag, 14. Mai, Conservatoire
Doppel-Feature mit Baba Sissoko Afroblues und Master Drummers of Burundi

Einmal zahlen, zwei Konzerte: Der erste Teil des Abends gehört Baba Sissoko, der die Tradition des großen afrikanischen Troubadoure, der "Griots" fortsetzt. Im zweiten Teil heizen die legendären, seit 30 Jahren weltweit gefragten zwölf Trommler aus Burundi in ihren farbenforhen Roben dem Publikum ein.
Mittwoch, 15. Mai, Conservatoire
New Gary Burton Quartet

Das Finale 2013 bestreitet eine Legende am Vibraphon: Grammy-Preisträger Gary Burton, der zeitweilig mit vier Stäben gleichzeitig spielt und ganz neue Stil-Elemente entwickelt hat. 2010 hat er sein neues Quartett mit exquisiten Musiker gegründet.

 


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