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Philharmonie-Klassik im Frühling

Kleines Schätzspiel gefällig? Okay: Wie viele Konzerte gibt es vom Erscheinungstag dieser Kultur-de-Lux-Ausgabe bis Ende April in der Philharmonie? Kleiner Tip: Bis zum 30. April sind es 104 Tage.Na? Kaum zu glauben, aber es gibt weit mehr Konzerte als Tage.
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Alles zusammengerechnet, ruft der Gong das Publikum 129-mal in 15 Wochen in den meist gut gefüllten großen oder kleinen Saal. Übers Jahr kommen so rund 160 000 Zuschauer zusammen.
Da muss sich jede Ankündigung wohl oder übel auf einzelne Highlights beschränken. So wie der Auftritt des Mahler Chamber Orchestra am 17. Januar mit illustren Künstlern wie Dirigent Andris Nelsons und Trompeter Hakan Hardenberger, unter anderem mit Beethovens Siebter und der Egmont-Ouvertüre sowie Haydns Trompetenkonzert.
Am 18. Januar geht es mit Jordi Savall auf Zeitreise in die Ära des Erasmus von Rotterdam und dessen berühmtesm "Lob der Torheit". Am 24./25. Januar trifft das OPL auf die Brüder Capucon, am 27. Januar setzt sich Cellistin Sol Gabetta mit den Tschechischen Philharmonikern auf die Spuren von Dvorák und Smetana.
Am 1. Februar schaut das Amsterdamer Concertgebouw-Orchester unter Leitung von Mariss Jansons vorbei, mit Strauss und Bruckner.
Am 7. Februar öffnet die Philharmonie ihre "Fräiraim", zu Deutsch "Freiräume", für die "Chorale municipale Uelzecht" und den Trierer Konzertchor, die gemeinsam Tippetts großes Oratorium "A child of our time" auf die Bühne bringen, mit dem aus Trier stammenden Bass Michael Haag und einer szenischen Begleitung durch Schüler.
Das barocke Italien steht am 21. Februar im Zentrum einer Zeitreise mit Maurice Steger (Blockflöte), Hille Perl (Viola da Gamba) und Lee Santana (Laute). Am 5. März führt Myung-Whun Chung den Dirigentenstab, jüngst als neuer ständiger Gastdirigent der Dresdener Staatskapelle gefeiert. Diesmal steht er mit Mahlers "Titan"-Sinfonie am Pult des Orchestre Philharmonique de France, und bei Chopins zweitem Klavierkonzert sitzt kein Geringerer als Ivo Pogorelich am Flügel.
Nach Russland geht es am 8. März mit dem OPL. Jakub Hrusa, gerade mal 31 Jahre alt und von allen Seiten als eines der meistversprechenden Nachwuchstalente der Dirigentenzunft gepriesen, intoniert Skrjabin, Schostakowitsch und Borodin.
Niemand ist auf dem schmalen Grat zwischen Kunst und Entertainment so stilsicher unterwegs wie die Sopranistin Annette Dasch. Mal Bayreuth, mal Fernseh-Talkshow - aber immer mit sicherem Gespür dafür, nicht im Unterhaltungs-Tralala zu landen wie mancher Kollege, der überall aufgeigt, wo eine Kamera läuft. Am 9. März widmet sie ihr Recital den Lieder-Werken von Mahler, Zemlinsky, Schönberg und Korngold - und wirft so ihre Popularität in die Waagschale zugunsten von Musik, die sonst nur ein sehr kleines Publikum erreicht.
Am 13. März sind die Wiener Philharmoniker wieder da, diesmal mit Zubin Mehta und einem großen Sinfonie-Brocken: der Achten von Bruckner. Weniger opulent, dafür eher intellektuell-analytisch dürfte es zugehen, wenn Lothar Zagrosek am 22. März im OPL-Osterkonzert Mendelssohns "Paulus" auf die Pelle rückt. Unterstützt von feinen Solisten wie Gerd Grochowski und Ruth Ziesak.
Am 13. April dürfte der Doppelpack London Philharmonic Orchestra/Baiba Skride für ein volles Haus garantieren. Yannick Nézet-Séguin dirigiert Delikatessen von Mussorgsky, Tschaikowski und Prokofiev. Am 19. April beschwört das OPL unter Mark Wigglesworth die "Vier Elemente" anhand von Tippetts "Four ritual dances" und Wagners "Götterdämmerung".
Schon zum Inventar der Philharmonie gehört Hélène Grimaud, die am 23. April eine interessante Mischung an Bord hat: Mozart, Berg, Liszt und Bartók.

 


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