region

Die Welt zu Gast auf dem Kornmarkt

900 Menschen und 44 Initiativen tauschen sich beim neunten Weltbürgerfrühstück aus

(Trier) Genuss, leidenschaftliche Musik und jede Menge Information. Das waren die Zutaten für das neunte Weltbürgerfrühstück am Samstag auf dem Kornmarkt. 900 Gäste feierten gemeinsam mit den 44 Initiativen, die das Fest gestaltet haben.

14.06.2015
Benedikt Laubert
Trier. Der Regen nervt beim Aufbau der Stände für das neunte Weltbürgerfrühstück. Aber die ehrenamtlichen Helfer der 44 Initiativen, die am Samstag auf dem Kornmarkt ausstellen und bewirten, wissen: Gegen die Folgen des Klimawandels, die heute im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen, ist dieser Schauer kaum der Rede wert.

Ein Hauch von Klimawandel



"Vor allem Menschen in ärmeren Ländern trifft der Klimawandel hart - viele müssen etwa vor Dürrekatastrophen und Hunger fliehen", sagt Ludwig Kuhn vom Netzwerk Weltkirche, das das Weltbürgerfrühstück zusammen mit der Lokalen Agenda 21 Trier ausrichtet.
Kurz nach der Eröffnung, zu der auch der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe gekommen ist, verschwinden bereits die ersten Wolken. Bei arabischem Brot, vegetarischem Gulasch und fair gehandeltem Kaffee hören die Gäste der bolivianischen Band "Los Masis" zu oder sehen sich syrischen Volkstanz auf der Bühne an. Doch wie üblich, ist das gemeinsame Essen nur ein schöner Anlass, sich kennenzulernen. Die eigentliche Attraktion sind die 44 Initiativen, die ihre meist ehrenamtliche Arbeit an den Ständen rund um den Kornmarkt vorstellen.

Gelegenheit für neue Kontakte


Zum ersten Mal stellt auch der neugegründete Verein Refugee Law Clinic Trier seine Arbeit vor, der Flüchtlingen kostenlose Rechtsberatung bietet und Vorbehalte gegenüber Asylsuchenden abbauen will. "Wir sind froh, hier mitmachen zu können", sagt Martin Weiler von Refugee Law Clinic. "Gerade haben wir schon Bekanntschaft mit Menschen vom Verbraucherschutz und mit einer Gruppe Schüler geschlossen; mit beiden wollen wir jetzt zusammenarbeiten".
Nebenan wirbt Christoph Klawe mit seinen Kollegen dafür, die Kunstsprache Esperanto als zweite Fremdsprache an Schulen einzuführen. Sie sei einfach zu erlernen und bevorzuge keine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Auch zahlreiche andere Gruppen, zum Beispiel von Greenpeace und dem Hilfswerk Misereor über den Weltladen bis hin zum Deutsch-Indischen Verein werben bei den 900 Besuchern für ihre Ideen und finden zahlreiche neue Mitstreiter.