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Außergewöhnlicher Rastplatz soll Hochmoselbrücke und Moseltal erlebbar machen

(Zeltingen-Rachtig) Mit einer Höhe von bis zu 160 Metern ist die Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig (Kreis Bernkastel-Wittlich) schon jetzt ein beeindruckendes Bauwerk. Wenn es 2019 fertig ist, soll es einen Ort geben, von dem der Blick auf Brücke und Moseltal zum besonderen Erlebnis wird. Dossier zum Thema: Hochmoseluebergang

10.03.2017
Rainer Neubert
Fünf Millionen Euro lässt sich das Bundesverkehrsministerium die außergewöhnliche Rastanlage kosten, die an der Hunsrückseite entstehen wird. „Wir wollen damit die Erlebbarkeit der Mosellandschaft steigern“, sagt Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs Mobilität Trier.

Wie die „Rastanlage Moselblick mit Aussichtspunkt“ aussehen wird, steht nach dem Abschluss eines europaweit ausgeschriebenen Realisierungswettbewerbs zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit fest. Mit der Idee eines 1000 Meter langen Stegs an der Hangkante hat sich das hochrangig besetzte Preisgericht einstimmig für den Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros „Kraft.Raum“ aus Krefeld entschieden. „Ich gehe zwar davon aus, dass der Entwurf bei der Realisierung noch modifiziert wird“, sagt Bartnick. „Die Grundidee eines spannenden Erlebniswegs, der sich sehr gut in die Landschaft integriert, wird aber beibehalten.“

Die Trierer Landschaftsarchitekten BGH Plan hatten den Wettbewerb betreut. „Die eingereichten Arbeiten waren im Ansatz sehr unterschiedlich“, sagt Christoph Heckel. Bestandteil der Aufgabenstellung sei auch immer eine Freizeitanlage für die Gemeinde gewesen. Nun werde mit allen vier Preisträgern über die Umsetzung des Projekts verhandelt.

Die Entwürfe sind bis 15. März im Kelterhaus Schorlemer in Zeltingen-Rachtig zu sehen: werktags von 16 bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.
1. Preis: Neue Sichtweisen auf das Moseltal
Der Krefelder Landschaftsarchitekt Rene Rheims (Kraft.Raum.) hat die Jury mit seinem Entwurf überzeugt und die größten Chancen auf eine Realisierung. Die tragende Idee des Entwurfs ist ein Wandelsteg mit Aussicht, der die Hangkante begleitet. „Dieser schwingt sich leichtfüßig in einer Gitterkonstruktion mit Holzlamellengeländer durch die Baumwipfel und lässt die Umgebung aus ungewöhnlichen Blickwinkeln betrachten“, formuliert Rheims in seiner Bewerbung. Besonders beeindruckt war das Preisgericht von der Vielzahl der Aussichtspunkte, die nicht nur einen besonderen Blick auch die Hochmoselbrücke, sondern auch in unterschiedliche Richtungen in die Kulturlandschaft Moseltal ermöglichen. Auf dem Gesamtplan des Büros ist auch die Anlage des Rastplatzes zu sehen. Parkraum für 48 Autos und zehn Busse soll es dort geben. Für LKW bleibt die Anlage gesperrt. Ziel ist es, mit einer guten Wegeverbindung auch Besucher aus dem Tal anzusprechen. So könnte der Panorama-Rastplatz eine weitere Attraktion des Moselsteigs werden.  
2. Platz: Freiraum
Landschaftsarchitekt Franz Reschke (Berlin) schlägt einen Turm mit Aussichtsmöglichkeiten von jedem Punkt als zentrales Element der Anlage vor. Die Treppenkonstruktion ist umgeben von Maschendraht, wobei sich die Maschenweite vergrößert, je höher der Besucher steigt. Dem Preisgericht gefiel besonders die Leitidee des Entwurfs, einen Plateaupark als großzügige Freifläche auszubilden. 
3. Preis: Ausblicke
Astrid Zimmermann, Zplus Landschaftsarchitektur (Berlin), ermöglicht den Blick auf Brücke und Tal mit einem Aussichtssteg in exponierter Lage. Besonders positiv hat das Preisgericht dabei beurteilt, dass der Steg auch von der Talseite erreicht werden kann. Auf der Rastanlage plant sie eine bastionsartige Mauer, die Rampe und WC-Anlage integriert. 
4. Preis: Panoramaparken
Hellmut Neidhardt, Landschaft planen + bauen NRW GmbH (Dortmund), verbindet in seinem Entwurf das Parken unmittelbar mit dem Ausblick auf einer bastionsartigen Rastanlage. Angesprochen werden dadurch vor allem Busreisende und Autofahrer, die nur eine kurze Rast einlegen. Das ist nach Ansicht der Jury ein Alleinstellungsmerkmal dieser Arbeit, „die eine sehr minimalistische und prägnante Lösung darstellt“. Anders als beim 1. Preis wäre die Umsetzung und der Betrieb einer solchen Anlage „wirtschaftlich günstig“.