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Die Cusanus Hochschule Bernkastel-Kues residiert ab 2019 im einem Hotel

(Bernkastel-Kues) Berühmte Leute waren im 115 Jahre alten Hotel Drei Könige in Bernkastel-Kues zu Gast: der Schriftsteller Kurt Tucholsky und Enkel von Kaiser Wilhelm II. zum Beispiel. Zum Jahresbeginn 2019 wird der Geist eines Mannes zum Dauergast, der zu seinen Lebzeiten (1401-1464) eine Person der Weltgeschichte war: Nikolaus Cusanus.

20.03.2017
Clemens Beckmann
Nach dann 47 Jahren als Hotelier am gleichen Ort wird sich Uwe Linke zur Ruhe setzen. An eine Neuvermietung als Hotel denkt die Familie Hees, der das Anwesen gehört, nicht. Sie müsste eine Menge Geld in die Modernisierung stecken. Auch derzeit wird dort gearbeitet. Brandschutztüren werden eingebaut. Das ist noch eine Auflage für den Betrieb als Hotel.

Drei Stockwerke werden die Eigentümer der Cusanus Hochschule zur Verfügung stellen. Im Erdgeschoss betreibt die Familie ein Modegeschäft. Die Cusanus Hochschule werde darüber ihre Verwaltung sowie Lehr- und Seminarräume einrichten, erläutert Kanzler Frank Vierheilig. Die Verwaltung ist derzeit im Rathaus untergebracht. Die seit 2015 bestehende Hochschule sei auf Expansionskurs (Extra). „Wir haben Räume gesucht, in die wir hineinwachsen können“, sagt Frank Vierheilig.

Dorothee Hees spricht von einer „glücklichen Fügung“. Sie und ihr Bruder Victor hatten schon länger mit einer Verbindung zur Hochschule geliebäugelt. Nach einem Gespräch sei alles „ruckzuck“ gegangen. „Das ist eine gute Lösung für die Stadt“, sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Die Hochschule strahle in ihrer Bedeutung bereits aus, sagt Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Der Landtagsabgeordnete Alex Licht spricht von einem „Meilenstein“. Alle drei gehören dem Kuratorium der Hochschule an.

Wie die Räumlichkeiten genutzt werden, stehe noch nicht fest. „Wir haben ja auch noch eine gewisse Zeit“, sagt Hochschul-Vizepräsident Harald Schwaetzer. Das Hotel verfügt unter anderem über 45 Zimmer nebst Bad. Es sei davon auszugehen, dass Räume zusammengelegt werden, sagt Schwaetzer. Auch ein repräsentatives Auditorium Maximum mit etwa 300 Plätzen sei geplant.

Es ist Zufall, aber dennoch eine Besonderheit: Das Gelände, auf dem das Gebäude steht, gehörte früher zum einen Steinwurf entfernten Cusanusstift. In dessen Kapelle ruht das Herz des Kardinals und Philosophen.
 

Extra: Hochschule  ist noch im Aufbau 


Die Cusanus Hochschule hat 2015 mit etwa 30 Studierenden ihren Betrieb aufgenommen. Derzeit sind knapp 60 junge Leute in den Studiengängen Ökonomie und Philosophie immatrikuliert. Ausgelegt ist die Hochschule auf 250 Studierende, die den Bachelor- und/oder Masterabschluss machen. In der Verwaltung sowie in Lehre und Forschung sind derzeit 28 Mitarbeiter beschäftigt. Der Etat beläuft sich, so Kanzler Frank Vierheilig, auf eine Millionen Euro im Jahr. Bei voller Auslastung werde sich das Budget auf 2,5 Millionen Euro und die Zahl der Mitarbeiter auf bis zu 60 erhöhen. Die Hochschule finanziert sich durch Studiengebühren und Spenden.