region/mosel

Die Querdenker fühlen sich in Bernkastel-Kues wohl - Cusanus Hochschule: Erstes Semester absolviert

(Bernkastel-Kues) Noch ist vieles neu. Doch viereinhalb Monate nach der Eröffnung der Cusanus Hochschule hat sich manches im Leben der Studenten und Lehrkräfte schon eingespielt. Einige haben bereits ihren Lebensmittelpunkt in Bernkastel-Kues.

29.02.2016
Clemens Beckmann
Bernkastel-Kues. Zurzeit sind Semesterferien an Hochschulen und Universitäten. In Bernkastel-Kues ist davon nicht allzu viel zu merken. Denn an der Cusanus Hochschule haben im Oktober 2015 gerade einmal 40 Studenten den Masterstudiengang in den Fächern Philosophie und Ökonomie aufgenommen. Mehr als 250 Studenten sollen es sowieso nicht werden (der TV berichtete).

Im Sommersemester bekommen die Studenten der ersten Stunde noch keine Verstärkung. Nach Auskunft von Matthias Fechner werden, wie geplant, erst im Wintersemester zwei neue Bachelorstudiengänge in den Fächern Ökonomie und Philosophie starten. Dann können auch Abiturienten aus der Region dort ihr Erststudium beginnen.
Fechner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule und kümmert sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit. "Ich bin auch der Erste aus dem Lehrstab, der nach Bernkastel-Kues gezogen ist", erzählt der gebürtige Stuttgarter.

Eine personelle Änderung gibt es: Gründungspräsident Professor Harald Spehl musste sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Seine Aufgaben werden von den Vizepräsidenten, Professorin Silja Graupe und Professor Harald Schwaetzer, wahrgenommen. Man stehe in aussichtsreichen Verhandlungen miteinem Nachfolger, sagt Fechner. Auch zwei weitere Professoren sollen noch berufen werden.

Im ersten Semester waren drei neue Professoren hinzugestoßen: Tilmann Borsche und Wolfgang Christian Schneider lehren am Institut für Philosophie, Professor Walter Ötsch, verstärkt das Institut für Ökonomie.

Ein Großteil der Studenten wohnt in der derzeit leer stehenden Jugendherberge. Da das Studium wochenweise als Blockunterricht angeboten wird, sind die meisten nicht ständig vor Ort. "Einige haben hier aber auch schon ihren Lebensmittelpunkt", berichtet Matthias Fechner. Mehrere haben auch einen Nebenjob gefunden. Wie Nadja Görtz. Die wohnt mit mehreren Kommilitonen fest in der Jugendherberge und arbeitet für die VG-Verwaltung. "Es hat gepasst", sagt die aus dem Sauerland stammende Philosophiestudentin. Alle paar Wochen müsse sie aber städtische Luft schnuppern.

Einen Job zu haben, ist nicht unwichtig: Schließlich werden Studiengebühren fällig: derzeit 300 Euro pro Monat. Einige Studenten haben Stipendien. Der Betrieb wird zudem durch Stiftungen und Schenkungen finanziert. Die Hochschule gibt sich im Geiste von Nikolaus Cusanus den Anspruch, Querdenkern einen Raum zu geben. Matthias Neumann ist einer davon: Er beschäftigt sich in einem Forschungsprojekt mit der Frage, ob eine Regionalwährung sinnvoll sei - zumindest als Zweitwährung in einer abgegrenzten geografischen Region und zur Stärkung des wirtschaftlichen Kreislaufs.

"Ich habe mich mit einigen Bürgern zusammengetan", erzählt er. Vielleicht gib es ja irgendwann den Cusanustaler.

 

Empfehlungen

Kommentare