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aus unserem Archiv vom 10. Juli 2012
Autor: Marion Maier und Ursula Quickert Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wintrich Drucken  E-Mail

Diebstahl aus der Kirche schockt die Wintricher

Die gesamten Einnahmen des Wintricher Pfarrfestes wurden aus einem Tresor in der Sakristei gestohlen. Die Wintricher sind geschockt, die Polizei tappt im Dunkeln. Aktuell haben Diebe außerdem versucht, Opferstöcke in Bernkastel-Kues und Lieser aufzubrechen. Diebstähle in Kirchen kommen immer wieder vor.

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Wintrich. "Das war ein Schock für uns alle", sagt Inge Klein. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats wirkt immer noch betroffen, wenn sie über den Diebstahl in der Wintricher Kirche spricht. Die Tat: 5200 Euro waren beim Pfarrfest Mitte Mai zusammengekommen. Klein hatte das Geld in einer Kassette im Tresor der Sakristei eingesperrt. 48 Stunden später fiel auf, dass es weg war. Der TV hat erst jetzt von der Tat erfahren.
Klein: "Die ganze Gemeinde hat mitgeholfen beim Fest. Die einen haben Kuchen und Wein gespendet, die anderen haben Dienst gemacht. Alles für die Katz! Das macht es so ärgerlich: Die ganze Gemeinde hält zusammen und einer bedient sich." Klein ergänzt: "Es ist auch nicht schön zu wissen, dass es jemand aus der Gemeinde war. Aber es kann nur so sein."
Die Polizeiermittlungen: Die Polizei hat keine Aufbruchspuren am Tresor oder sonstwo gefunden. Der Dieb hat also vermutlich den Tresorschlüssel benutzt. Dieser befindet sich in der Sakristei und alle, die mit der Kirche zu tun haben, wissen davon - ein Umstand, den die Polizei kritisiert hat. Klein meint jedoch: "Das ist in vielen Kirchen so. Und man muss ja erstmal in die Sakristei kommen. Es haben nur gewisse Leute den Schlüssel dafür."
Die Polizei hat die acht offiziellen Schlüsselträger - darunter Mitglieder des Gemeinde- und Verwaltungsrats, den Pfarrer, die Küsterin und den Hausmeister - vernommen. Ohne Ergebnis. Laut Schneider soll der frühere Pastor noch mehr Schlüssel herausgegeben haben, an wen sei jedoch nicht bekannt.
Schneiders Fazit: "Wir haben keine verwertbaren Spuren, keinen begründbaren Tatverdacht und keine weiteren Ermittlungsansätze." Nur neue Hinweise könnten die Ermittlungen wieder ans Laufen bringen. Sie sind derzeit nicht in Sicht.
Die Auswirkungen: Die Pfarrgemeinde muss derweil damit kämpfen, dass sie trotz vergleichsweise hoher Einnahmen aus dem Fest einen Verlust zu verbuchen hat. Klein: "Mit dem Geld wollten wir noch Rechnungen über 1500 Euro für Getränke und Lebensmittel bezahlen." Mit dem Rest wollte die Gemeinde neue Auflagen für die Kirchenbänke kaufen, denn: "Vom Bistum kommt ja immer weniger". Das ist nun nicht möglich.
Andere Tatorte: Diebstahl aus Kirchen, das kommt immer wieder vor. Aktuell hat die Bernkastel-Kueser Polizei zwei Fälle zu bearbeiten. Zwei Opferstöcke wurden am Sonntagmittag aufgebrochen. In Lieser haben die Täter maximal 80 Euro entwendet, in der Kueser St. Briktius-Kirche verhinderte eine technische Sicherung, dass die Diebe an das Geld herankamen. In der Regel handele es sich bei den Opferstockaufbrüchen um Reisende, also Auswärtige, sagte Schneider.
Hauptkommissar Lothar Schneider vermeldet aus der Polizeiwache Traben-Trarbach sechs Fälle aus der Zeit zwischen Dezember 2007 und März 2012. Meist handelt es sich um Sachbeschädigungen beispielsweise von Kirchenfenstern. Einmal war es auch ein an die Wand geworfener Apfel. In Traben-Trarbach wurden 2009 zwei Mikrofone aus dem Innenraum gestohlen. Auch in Kapellen wird eingebrochen, beispielsweise haben Täter aus einer Kapelle in Zell im vorigen Jahr eine vergoldete Krone entwendet.
Aktuell sei kein Vorfall in einer Kirche anhängig. Dass Opferstöcke aufgebrochen würden, sei aber nicht selten.
Im Bereich der Polizei Cochem wurden in der vergangenen Woche Opferstöcke in Lutzerath, im Kloster Martental und Alflen aufgebrochen.
In der Konsequenz gehen Kirchen vereinzelt dazu über, tagsüber jenseits der Gottesdienstzeiten zu schließen. In Kröv beispielsweise müssen Besucher dann mit dem Blick durch eine Glaswand vorliebnehmen.
Hinweise zum Diebstahl in Wintrich oder einem der anderen Fälle an die Polizei in Bernkastel-Kues, Telefon 06531/95270.




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