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"Ein Gewinn für den ganzen Ort" - Enkirch profitiert von den Wohnmobilisten

(Enkirch) Über 200 Camper finden am Moselufer Platz.

09.10.2017
Winfried Simon
Die Tourismussaison neigt sich dem Ende zu. Auch auf dem Wohnmobilstellplatz in Enkirch wird es Tag für Tag etwas leerer. Aber immer noch rund 50 Camper stehen mit ihren „mobilen Häuschen“ auf der großen Wiese am Moselvorgelände. Siggi und Ute Drpljanin haben fast den ganzen Sommer hier verbracht. Sie kommen seit vielen Jahren immer wieder mit ihrem geräumigen MAN-Clouliner nach Enkirch. Der Platz an der Mosel ist ihnen zur zweiten Heimat geworden.

„Der Platz ist sehr groß, man kann sich hinstellen, wie man will“, nennt Drpljanin einen Vorteil des Enkircher Stellplatzes. Und weiter: „Im Ort gibt es Geschäfte und die Gemeinde und Vereine organisieren jede Menge Feste." Das Ehepaar aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) weiß den Komfort zu schätzen. Es gibt Duschen, Waschmaschinen und Trockner, Stromanschluss und Stromladestation und vieles mehr. Der drei Hektar große Wohnmobilstellplatz ist einer der größten an der Mosel. Rund 200 Wohnmobile passen auf das Wiesengelände, über 20?000 zusätzliche Urlauber kommen so Jahr für Jahr nach Enkirch. Vor 34 Jahren wurde der Platz angelegt. Ortsbürgermeister Bender sagt: „Die Gemeinde profitiert sehr von den Campern. Die Leute kaufen im Ort ein, sie besuchen die Gaststätten und Straußwirtschaften.“ Die Einnahmen tun auch der Gemeindekasse gut. Rund 120?000 Euro kommen über die Platz-Gebühren zusammen. Ein Stellplatz kostet inklusive Entsorgung sieben Euro pro Tag, für zwei Kilowatt Stromverbrauch wird ein Euro berechnet. Drei 450-Euro-Jobber kassieren die Gebühren.

Die Gemeinde investiert Jahr für Jahr in Modernisierung und Unterhaltung des Platzes. Alle drei Jahre muss die Fläche neu eingeebnet werden, um tiefe Spurrillen und andere Schäden an der Wiese zu beseitigen. Wenn die Mosel über ihre Ufer tritt und den Platz überschwemmt, sind weitere Sanierungen notwendig. Ortschef Bender: „Im Gemeindehaushalt sind jedes Jahr 30?000 Euro für die Instandhaltung des Platzes vorgesehen.“ Beispielsweise müssen die Toiletten und Duschen vor jeder Saison renoviert werden. „Das ist ärgerlich“, sagt Bender, „aber es gibt auch einige schwierige Gäste, die sich nicht an bestimmte Regeln halten.“ Nach der diesjährigen Saison werden außerdem weitere Leitungen für Strom und besseren WLAN-Empfang verlegt.

Der Enkircher Wohnmobilstellplatz ist in der Camperszene sehr bekannt. Stets über die Pfingsttage feiert Enkirch das Weinfrühlingsfest auch als Wohnmobil-Treffen. Dann ist jeder Platz am Moselufer belegt. Seit zwei Jahren ist Enkirch außerdem Treff der Globetrotter. Am ersten Septemberwochenende reisen Leute mit ihren großen Outdoor-Trucks an. Es ist Europas größtes Fernreisemobiltreffen (der TV berichtete).