region/mosel
05.10.2016
Clemens Beckmann

Erst auf die Höhe und dann ins Tal

(Zeltingen-Rachtig/Ürzig/Lösnich) Rauschen die Menschen nach der Fertigstellung nur über den Hochmoselübergang? Ein Plateau soll sie zum Anhalten animieren. Von dort können sie die Schönheiten des Tales aufsaugen - und dann am besten ihre Route ändern Dossier zum Thema: Hochmoseluebergang

Zeltingen-Rachtig/Ürzig/Lösnich. Illumination in allen Facetten: Für den Hundheimer Künstler R. O. Schabbach ist das Spiel mit Licht Lebensinhalt. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich auch Gedanken machte, wie der Hochmoselübergang zwischen Zeltingen-Rachtig und Ürzig optisch aufgewertet kann. Seine Idee das Bauwerk anzustrahlen, kam aber nicht zum Tragen. Bei Gesprächen im Bundesverkehrsministerium habe es keine Verständigung gegeben, sagt Peter Bleser (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Bleser, der auch der Wahlkreisabgeordnete der Region ist, sagt aber: "Schabbach hat die Idee geliefert am Hochmoselübergang etwas zu machen."
Der Plan besteht nun darin, auf der Hunsrückseite ein Plateau mit Rastanlage, 48 Auto- und zehn Busparkplätzen, einem Aussichtspunkt und einer Freizeitanlage zu bauen. Der Ideenwettbewerb für Landschaftsarchitekten und Stadtplaner hat Ende vergangener Woche begonnen (TV 1./2. Oktober).
Vier Vorschläge kommen in die engere Wahl, erläutert Christoph Heckel (BGH Plan, Umweltplanung und Landschaftsarchitektur, Trier). Als Preisgeld stehen 55 000 Euro (plus Mehrwertsteuer) zur Verfügung. BGH Plan organisiert das Verfahren im Auftrag des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier.
Für den Sieger wird es dann durchaus lukrativ. Zumindest ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag kann auf der Höhe verbaut werden. Mit der Fertigstellung der B 50 neu, inklusive Hochmoselübergang, soll auch dieses Bauprojekt beendet sein. Das wird voraussichtlich Ende 2018 der Fall sein.
Das Areal wird nicht nur über die B 50 erreichbar sein, sondern auch vom Tal aus über die die Zufahrt bei Lösnich. Wer dort oben steht und ins Moseltal schaut, soll Lust bekommen, aus der vielleicht nur kurzen Pause einen längeren Aufenthalt in der Nähe unter der Brücke liegenden Orte zu machen. "Die Leute sollen nicht oben bleiben sondern runter fahren", bringt es der Zeltingen-Rachtiger Ortsbürgermeister Manfred Kappes auf den Punkt. Ob ein großer Aussichtsturm die Attraktion wird, steht noch nicht fest. Explizit ausgeschrieben sei der nicht, sagen Heckel und LBM-Leiterin Edeltrud Bayer.
Der Ürziger Ortsbürgermeister Arno Simon hofft allerdings auf ein solches Bauwerk, das weite Ausblicke ermöglicht. "So ein Turm ist wichtig", sagt er.
Sein Lösnicher Kollege Winfried Gassen glaubt, dass die Zu- beziehungsweise Abfahrt bei Lösnich für die ganze Mosel Bedeutung hat. Eine sichtbare Entwicklung gibt es schon. Zehn Bauplätze in einem zusammenhängenden Gebiet hat die Gemeinde an junge Familien verkauft. So seien die Arbeitsorte schnell zu erreichen, sagt Gassen. Zudem sei der Baugrund relativ preiswert. "Wir könnten noch zehn Grundstücke verkaufen", sagt der Ortschef.