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aus unserem Archiv vom 29. Juni 2012
Autor: Marion Maier und Ursula Quickert Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Lieser Drucken  E-Mail

Hubschrauberabsturz: Schock in Lieser

Der Hubschrauberpilot, der am Freitag im Weinberg bei Lieser abgestürzt und umgekommen ist, hat schon Jahre lang mit Winzern im Ort bei der Schädlingsbekämpfung zusammengearbeitet. Die Betroffenheit im Ort ist groß.

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Lieser. Keine 1000 Meter vom Lieserer Ortszentrum ist der Spritz-Hubschrauber am Freitag abgestürzt. Der 26-jährige Pilot, der dabei ums Leben kam, war im Dorf bekannt.
"Das ist eine tragische Sache", sagte Ortsbürgermeister Gerhard Stettler. "Der Mann war schon seit Jahren hier bei der Schädlingsbekämpfung. Ein Team von vier bis fünf Winzern hat mit ihm zusammengearbeitet und ihm immer das Wasser zum Betanken gebracht." Da seien Freundschaften entstanden. Entsprechend groß sei nun die Betroffenheit.
Stettler selbst hat den Hubschrauber am Morgen noch fliegen sehen. Als Feuerwehrmann war er dann einer der ersten am Unfallort. "Von weitem ist schon aufgefallen, dass die Leitungen zum Teil herunterhingen. Der Hubschrauber lag auf dem Buckel, direkt neben dem Weg. Der Mann war eingeklemmt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät."
Damit niemand von herunterhängenden oder -fallenden Leitungen verletzt wurde, sperrten die Feuerwehrleute das Gelände rund um die Absturzstelle ab. Sie entfernten ausgelaufenen Kraftstoff und dichteten die abgerissene Treibstoffleitung ab.
Viel mehr konnten die 50 Einsatzkräfte der Wehren Lieser, Kues und Noviand sowie der Polizei zunächst nicht tun. Nichts durfte am Unfallort verändert werden, weil Spezialisten des Luftfahrtbundesamts ihn untersuchen sollten, um die Unglücksursache herauszufinden. Einer von ihnen reiste erst am Abend aus Thüringen an. Erst nachdem beide mit ihrer Arbeit fertig waren, konnten die Wehrleute den Leichnam und den zusammengedrückten Hubschrauber bergen. Auch die Reparatur der Stromleitungen, die am Vormittag begonnen hatte, stockte zwischenzeitlich. Sie musste wegen eines Gewitters am Nachmittag unterbrochen werden. Dass Piloten Stromleitungen touchieren, kommt immer wieder vor. Vor genau einem Jahr hat ein Spritz-Hubschrauber zwischen Bernkastel-Kues und Graach eine Freileitung abgerissen. Ihm gelang eine Notlandung. Weil die Agrarpiloten über den Wingerten besonders tief und zielgenau fliegen müssen, absolvieren sie eine Zusatzausbildung. Sechs bis sieben Mal im Jahr wird ein Weinberg gespritzt, erklärt Gerd Knebel, Geschäftsführer des Weinbauverbands Mosel. Ein Hubschrauber schaffe an einem guten Tag 75 bis 100 Hektar. Derzeit müssten unbedingt Pilzkrankheiten bekämpft werden. Bei dem warmen und regnerischen Wetter breiteten sie sich besonders stark aus.

 




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