Und die 56-Jährige, die seit 1990 im Bundestag sitzt, bekam die erhoffte breite Unterstützung: Von 109 Delegierten stimmten 100 für die erneute Kandidatur, sechs waren dagegen, drei enthielten sich. Diese 91,7 Prozent wertete Leonhard, die in Manderscheid wohnt, im Gespräch mit dem TV als ein "ehrliches und gutes Ergebnis".
Zuvor hatten der rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch und der Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Bernkastel-Wittlich, Günter Rösch, bei den Delegierten für eine möglichst hohe Zustimmung für Leonhard geworben. Rösch wies darauf hin, dass ein "Top-Ergebnis" wichtig sei, damit die Bundestagsabgeordnete auf einen guten Platz der rheinland-pfälzischen SPD-Landesliste komme. Das werde "diesmal nicht einfach", betonte Rösch. Er nannte Leonhard eine "Persönlichkeit mit Ecken und Kanten", die keine halben Sachen mache, sondern stets das Optimale herausholen wolle. Der Dauner Landrat Heinz Onnertz sagte, er habe oft erfahren, dass Leonhard eine "Frau mit viel mehr Einfluss" sei, als viele vermuteten.
"Gutes und ehrliches Ergebnis"
Elke Leonhard ließ auch Bundesprominenz für sich werben. Zwar nicht vor Ort in Gerolstein, aber bei der Multi-Media-Präsentation ihrer Bilanz seit 2002 würdigten Verteidigungsminister Peter Struck und Verkehrsminister Manfred Stolpe die Abgeordnete. Kein Wunder, dass Leonhard gerade die beiden gewählt hatte, denn bei ihrer Leistungsbilanz siedelt sie den Erhalt der Bundeswehrstandorte Daun und Gerolstein und den Weiterbau der A 1 ganz oben an.
Auch wenn die Bundestagswahl noch nicht offiziell ist, wurde schon kräftig Wahlkampf gemacht. Bruch und Leonhard sagten, es gehe im September um eine Grundsatzentscheidung: für eine solidarische Gesellschaft, für die die SPD weiter eintrete, oder für die "eiskalte, menschenverachtende Umverteilungspolitik" amerikanischer Prägung, wie sie CDU/CSU und FDP anstrebten. "Sie wollen eine andere Republik, und wir sagen: Mit uns nicht!" rief die Bundestagsabgeordnete und erntete dafür viel Beifall. Günter Rösch blickte auf das regionale Geschehen mit seiner Bemerkung, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Rauen "von Böhrs und Billens Gnaden" wieder antreten dürfe.
Leonhard nahm im TV-Gespräch die Diskussion um einen aussichtsreichen Listenplatz gelassen: "Das ist doch nichts Neues für mich, ich habe immer darum kämpfen müssen."
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