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Moseloperette: Die junge Garde steht bereit

(Zeltingen-Rachtig) In Zeltingen-Rachtig führen 50 Laienschauspieler, unterstützt von einem 15-köpfigen Orchester und weiteren Helfern, demnächst wieder die Operette „Zeltinger Himmelreich“ auf. Im Team hat sich einiges geändert.

19.06.2017
Christoph Strouvelle
Die Bühne steht bereits auf dem Zeltinger Marktplatz, bald kommen die Tribünen hinzu. Dann schallen dort wieder die Worte „Zum Wohl Ihr Herren, zu jeder Zeit, es lebe unsere Einigkeit.“ Damit ist klar: Die Aufführungen der Moseloperette „Zeltinger Himmelreich“ stehen kurz bevor. 

Spielleiter Hans-Peter Koppelkamm hat die 50 Akteure jetzt zur ersten Probe auf der Bühne unter freiem Himmel gebeten, nachdem sie seit November bereits intensiv im Schorlemerhaus geübt haben. Dabei fällt auf: Bei den Mitwirkenden hat sich ein Generationenwechsel vollzogen. Denn die Hauptrollen vom Franz bis zur Valencia Argentino sind mit jungen Leuten im Alter zwischen 19 und 31 Jahren besetzt.

Bereits vor zwei Jahren seien einige junge Leute neu hinzugekommen, sagt Koppelkamm. Dadurch passe jetzt die Altersstruktur auf der Bühne. 1980 waren die Altersunterschiede bei den Akteuren noch groß gewesen, erinnert er sich. „Beim Franz und der Rosemarie waren es mehr als 20 Jahre gewesen“, sagt er. Zudem wirken mehrere junge Leute im Chor und in anderen Rollen mit.

Zur jungen Garde gesellt sich in diesem Jahr in der Rolle des Franz erstmals der 26 Jahre alte Fernando Koch, der während seiner Schulzeit klassischen Gesangsunterricht genommen hat. Vor Auftritten ist er immer etwas aufgeregt, doch in den Proben legt es sich, sagt er. Bei den Aufführungen muss alles sitzen. „Es ist ein schönes Gefühl, Lampenfieber zu haben“, sagt er. Es sei schön, dass eine solche Tradition gepflegt wird. Koch: „Es gibt keinen anderen Ort an der Mosel, der so etwas sein eigen nennt“, sagt er.

Doch befinden sich trotz ihres jungen Alters bereits alte Hasen unter den Darstellern der Hauptrollen, so wie die 29 Jahre alte Sarah Giel: 1995 hat sie bereits im Alter von sieben Jahren als Flötenkind an der Aufführung teilgenommen, seit 2007 spielt sie die Rosemarie. Was fasziniert die jungen Leute so, dass sie bei einer Operette mitwirken? „Wir sind damit aufgewachsen. Aus der Familie hat schon immer jemand mitgespielt“, sagt Giel. 
Die Operette mag zwar insgesamt etwas aus der Mode gekommen sein, doch das Stück „Zeltinger Himmelreich“ spreche ein breites Publikum an. 

„Es ist lustig, unterhaltsam und bietet etwas Herz-Schmerz. Von allem ist etwas dabei. Dadurch ist es abwechslungsreich und macht den Zuschauern Spaß.“ Zu ihren Schulzeiten ist sie von Klassenkameraden noch argwöhnisch beäugt worden, weil sie bei der Operette mitwirke. „Jetzt sind sie alle begeistert“, sagt sie. Der 27-jährige Jonas Werland, der ebenfalls den Franz darstellt, ist praktisch mit der Operette aufgewachsen. „Ich habe von meinem Elternhaus direkte Sicht auf die Bühne. Die Operette hat mich schon immer fasziniert“, sagt er.
 

 
Vorstellungen der Operette:
In diesem Jahr gibt es fünf Vorstellungen der Operette „Zeltinger Himmelreich“. 
Die Termine sind Freitag, 21. Juli, Samstag 22. Juli, Dienstag, 25. Juli, Freitag, 28. Juli, und Samstag, 29. Juli, jeweils um 21 Uhr auf dem Zeltinger Marktplatz. Bei schlechtem Wetter werden die Aufführungen ins Schorlemerhaus verlegt.
Für alle Vorstellungen sind im Internet unter www.ticket-regional.de/zeltinger-himmelreich noch Karten erhältlich.