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Passionskonzert mit neo-romantischem Kyrie

TRABEN-TRARBACH. Die evangelische Peterskirche in Traben bot eine zwar kleine, aber dennoch festliche Kulisse für ein Passionskonzert rund um Haydns "Die sieben Worte Jesu Christi".

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"Wenn man gute Musiker hat und weiß, was man machen will, geht das." Jürgen Rehbergs Anerkennung gilt den Akteuren, die am Karsamstag ein Passionskonzert in der evangelischen Peterskirche in Traben aufführten.

Nur ein einziges Mal waren der Traben-Trarbacher Kammerchor und das Koblenzer Schöneck-Ensemble dafür zu einer gemeinsamen vorherigen Probe zusammen gekommen. Und das nur einen Tag zuvor bei einer Generalprobe im Rahmen eines kleineren Konzertes in Kastellaun.

"Das Orchester spielte sehr lebendig", lobte der Kreiskantor und Leiter des Kammerchors das zehnköpfige Streich-Ensemble. Gleichzeitig freute er sich mit welcher Intensität das Orchester seiner Vorstellung des von ihm in diesem Jahr fertig gestellten Kyrie, das gleichzeitig die Uraufführung war, im neoromantischen Stil folgte.

Musik von Haydn und Bach

Mit "Der Gerechte kommt um" von Johann Sebastian Bach nach Johann Kuhnau stimmten Sänger und Streicher feierlich die Passion an. "Denn die Gerechten werden weggerafft vor dem Unglück", lautet ein Vers der Motette. Die mehrstimmige Vokalmusik umrahmte mit dem Schlusschoral "Ach Herr, lass dein lieb Engelein" der Johannes-Passion die "Sieben Worte Jesu Christi" von Joseph Haydn.

Das zentrale Thema des Konzertes erstreckte sich über sieben Stationen. Beginnend mit dem Largo "Vater, verzeihe Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" über das Adagio "Ich dürste" bis zu "Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist". Die Leidensgeschichte Christi begleitete Pfarrer Jörg-Walter Henrich mit Texten aus verschiedenen Evangelien sowie den fünf Klageliedern Jeremias, des alttestamentarischen Propheten, der von 650 bis 587 vor Christus lebte.

"Ich fand das Zusammenspiel ganz faszinierend", fasste eine Zuhörerin ihre Eindrücke in Worte. Als frühere Instrumentalistin - die 64-Jährige spielt selbst Geige - fand die Enkircherin die Leistung von Musikern und Sängern "insgesamt sehr überzeugend und niveauvoll". Das Zupfen der Saiten mit den Fingern (Pizzicato) - eine zur Zeit Haydns typische Spielanweisung - erinnert in den "Sieben Worten" an das Tropfen von Wasser.

Unter den zahlreichen Zuhörern waren zwei musikbegeisterte Urlauber aus Belgien. Der orchestrale Teil sei sehr schön gewesen, meinte Roger. Obwohl er ein wenig bedauerte, dass der Chor seiner Ansicht nach etwas zu kurz gekommen war. "Ich höre gern vokale Ensembles", fügte er erläuternd hinzu und meinte anerkennend: "Was mich besonders getroffen hat, war der letzte Teil - das Erdbeben."

Seine Begleiterin Frieda war vor allem von Uli Friedrich am Kontrabass begeistert. Der Bassistin ist mit zu verdanken, dass der gemeinsame Auftritt von Traben-Trarbacher Kammerchor und Koblenzer Streich-Ensemble zustande kam. Sie und Rehberg kennen sich von einigen Konzerten. Daraus war die Idee für eine Kooperation gewachsen.

Während der 15-köpfige Chor erst seit dreieinhalb Jahren zusammen singt, geht die Gründung des Ensembles auf ein 1994 ins Leben gerufenes Streichorchester zurück. Die Gemeinschaft - von Friedrich initiiert - ist nach dem Ort des Gründungstreffens nahe Boppard benannt.

Die künstlerische Leitung der Musiker, die sich aus früheren oder jetzigen Mitgliedern des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz und des Jungen Symphonieorchesters Koblenz zusammensetzen, liegt in Händen von Peter Seibeld.

Das begeisterte Publikum dankte mit lange anhaltendem Applaus.


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