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Rettungswachen-Neubau in Bernkastel-Kues steht aus kommunalpolitischer Sicht nichts mehr im Wege

(Bernkastel-Kues) Genehmigt der Kreis den Zuschuss, kann das DRK im Bernkastel-Kueser Stadtteil Andel eine neue Rettungswache bauen. Der Stadtrat sähe einen Verbleib am jetzigen Standort zwar lieber, doch fehlt der Platz für die notwendige Erweiterung.

02.03.2016
Clemens Beckmann
Es gibt keinen Grund mehr, warum der Kreis dem Deutschen Roten Kreuz den Millionenzuschuss für den geplanten Neubau in Andel verweigern sollte – das gilt zumindest in kommunalpolitischer Hinsicht. Denn Stadtrat Bernkastel-Kues hat im nicht öffentlichen Teil des Kreisauschusses den Verkauf des etwa 3500 Quadratmeter großen Grundstücks beschlossen. 

Mehr zu entscheiden hat das Gremium an diesem Abend in der Sache nicht. Im öffentlichen Teil entwickelt sich dennoch, wie angekündigt, auf Antrag der SPD eine Grundsatzdiskussion über die Standortfrage. Wie berichtet will das DRK im Stadtteil Andel eine neue Rettungswache bauen. 

Am bisherigen Standort oberhalb des Krankenhauses, sei es in vielerlei Hinsicht zu eng und unmodern geworden, erläutern DRK-Kreisgeschäftsführer Heinz-Werner Steffen und Ilse Pazen-Prinz, die Geschäftsführerin des DRK-Rettungsdienstes. Eine Erweiterung sei dort aber wegen der geografischen Lage und des Landeplatzes für den Rettungshubschrauber nicht machbar.

Mehr als 30 Jahre alt ist das Gebäude, stark angestiegen ist seither die Zahl der Einsätze und die der Mitarbeiter. Und die Rettungsfahrzeuge sind größer geworden. „Teilweise müssen die Beifahrer auf der Fahrerseite einsteigen, um auf ihren Platz zu gelangen“, sagt Pazen-Prinz. Es sei bedauerlich, dass erst so spät und nur durch den Antrag ihrer Fraktion im Stadtrat über das Thema gesprochen werde, sagt Brigitte Walser-Lieser (SPD). 

Natürlich müssten die Arbeitsbedingungen optimiert werden. „Wir halten jedoch den ausgewählten Standort nicht für angemessen.“ Und weiter: „Die SPD-Fraktion wird kein Freund dieser Verlegung werden. Unser Anliegen ist es, das jeder Bürger wissen soll, dass alle Ratsmitglieder diese Problematik ernst nehmen und nicht leichtfertig akzeptieren.“

Kein Grundstück in der Nähe

Auch die anderen Fraktionssprecher, Marc Spaniol (CDU), Robert Wies (FDP), Annelie Servatius (UBU) und Gertrud Weydert (Grüne) betonen, dass ihnen eine Lösung am jetzigen Standort lieber wäre. Da dies offenbar nicht möglich sei und es kein Grundstück in der Nähe gebe, müsse der Umzug nach Andel akzeptiert werden. Da stimmt Gertrud Weydert allerdings nicht zu. Die Möglichkeiten einer Erweiterung seien „nicht genug geprüft worden“, moniert sie. „Schließlich geht es um Menschenleben.“

„Nennen Sie mir ein mögliches Grundstück. Es gibt derzeit keines“, sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Auch er hebt hervor, dass niemand im Rat die Verlegung wolle, es aber keine Alternative gebe. Mitte März tagt erneut der Kreisausschuss. Der Kreis ist bei dem Projekt der Hauptgeldgeber. Der Neubau in Andel kostet 2,169 Millionen Euro, auf den Kreis entfallen 1,627 Millionen Euro. Ob sich der Kreisausschuss in der nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigt, kann Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung, noch nicht sagen. Das hänge auch davon ab, ob es schnell nähere Informationen zu den Teilprivatisierungsplänen für die Rettungsdienste gebe. Bei der Sitzung im Februar hatte Günter Rösch (SPD) von diesen Plänen gesprochen. 

Das könne Kosten sparen. Landrat Gregor Eibes (CDU) hatte vor allem deshalb ein Votum vertagt. Erst müsse Klarheit über eine mögliche Teilprivatisierung herrschen. Bisher gebe es die aber noch nicht, berichtet Manuel Follmann.  
Meinung
Umzug ist logisch

Von Clemens Beckmann

Rettungsdienste sind dazu da um Menschenleben zu retten. Dafür müssen aber die Voraussetzungen stimmen. Nach mehr als 30 Jahren stimmen sie in Bernkastel-Kues nicht mehr. Und da am jetzigen Standort der Platz für einen Um- oder Neubau fehlt und in der Nähe kein adäquates Grundstück zu Verfügung steht, ist der Neubau in Andel die logische Folgerung. Und komme bitte niemand mit dem Argument, die Kueser und Wehlener müssten jetzt etwas länger auf die Rettung warten. Irgendjemand profitiert und verliert immer. Man sollte die Bürger in der Verbandsgemeinde nicht gegeneinander ausspielen oder unterschiedliche Wertmaßstäbe aufstellen.  c.beckmann@volksfreund.de

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