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region/mosel
28.05.2003

Schinderhannes "raubt" für guten Zweck

ENKIRCH/TRABEN-TRARBACH. Das Vorbild nahm ein unrühmliches Ende: Im Jahre 1803 starb Johannes Bückler, bekannt als Schinderhannes, unter der Guillotine. Seine "Nachfahren" dagegen glänzen durch gute Taten: Die Beute wird ausschließlich für gute Zwecke gespendet. An diesem Wochenende sind die Räuber auch an der Mosel unterwegs.

"Achtung Überfall" kann es immer wieder mal heißen, wenn auf dem Hunsrück, an der Nahe und an der Mosel richtig groß gefeiert wird. Wurde es bei diesem Ruf vor rund 200 Jahren aber noch so richtig ernst, wenn der Schinderhannes mit seinen Spießgesellen auftauchte, so kann man heutzutage die Sache von der heiteren Seite nehmen. Obwohl - einen gehörigen Schreck bekommt man doch im ersten Moment, wenn die wilde Bande hereingestürmt kommt. Denn es wird mit echt aussehenden Vorderladern und Pistolen geschossen, und knallen tun die Platzpatronen auch ganz schön.

Am diesem lange Wochenende ist die Schinderhannes-Truppe im Hunsrück und an der Mosel unterwegs. Die Tour beginnt am 29. Mai (Christi Himmelfahrt) in Wirschweiler und führt über Bischofsdhron-Hinzerath-Bruchweiler-Hochscheid. Am zweiten Tag, 30. Mai, geht's weiter über Oberkleinich, Beuren, Irmenach, Starkenburg (gegen 16 bis 17 Uhr "Schöne Aussicht") über Kirst durch die Weinberge nach Enkirch. Ein weiterer "Überfall" ist gegen Abend geplant auf dem "Kurtrierer Hof" der Familie Renk. Dort soll es heiter mit Gesang und Erzählungen munter weitergehen.

Der Hauptmann und sein Julchen

Am Samstag, 31. Mai, werden Burg, Reil und Pünderich (Straßenweinfest) von der Räuberbande heimgesucht. Am Sonntag, 1. Juni, machen sie Reil, Kövenig und Traben-Trarbach (Offene Keller) unsicher. Abschluss ist in der Straußwirtschaft "Die Graifen" im Trarbach.

Der Hauptmann der Bande, Rudi Franz, ein Nachkomme des Enkircher Pfarrers Caspar Streccius, ist ein ausgezeichneter Kenner des deutschen Räubertums, ebenso sein Julchen (Steffi Nagel), die viel über den Schinderhannes zu erzählen weiß.