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Sein Wunsch: Wieder normal gehen und leben

(Trier) Nach einem schweren Motorradunfall hat sich Sebastian Görgen zurück ins Leben gekämpft. Aber nicht alleine. Viele Menschen standen ihm dabei zur Seite. Heute steckt der 23-Jährige voller Pläne.

07.10.2017
Katja Bernardy
Trier Ein fröhlicher Motorradausflug mit Kumpels hat für Sebastian Görgen in einer Katastrophe geendet. Auf einer Landstraße in Nähe des Eifelortes Dudeldorf prallte der heute 23-Jährige frontal mit einem Auto zusammen, er wurde von seiner Suzuki geschleudert und von einem weiteren Auto erfasst. Davon, dass der Rettungsdienst Bitburg schnell am Unfallort war und Ärzte seiner Mutter Susanne Friedrich sagten: "Es kann nur noch ein Wunder helfen", weiß der Maschinenbaustudent lediglich vom Erzählen.
Auch gut ein Jahr später noch, steigen Susanne Friedrich Tränen in die Augen, wenn sie von der Zeit des Bangens um das Leben ihres Sohnes erzählt.
Vier Notoperationen, unzählige Bluttransfusionen und drei "unendlich lang erscheinende" Tage später war Sebastian Görgen über den Berg - aber noch lange nicht zu Hause. 13 Operationen in der Uniklinik Homburg an kaputten Organen, Arterien und Gelenken sowie an seinem schwerstverletzten Bein musste er aushalten, und vor allem wieder laufen lernen.
Heute sitzt er am Tisch in der Wohnung der Mutter. Erst einmal deuten nur Krücken, die am Stuhl lehnen und ein Zettel, auf dem Physiotherapie-Termine notiert sind, darauf hin, dass er noch viel Hilfe benötigt. Doch davon lässt sich Sebastian Görgen nicht unterkriegen. Er kämpft weiter: Dass das Taubheitsgefühl in seinem rechten Bein, das mit Hilfe von Hauttransplantationen wieder aufgebaut wurde, weicht. Und er hofft, dass er eines Tages wieder wie vor seinem schweren Unfall gehen und leben kann.
Bei seinem Kampf zurück ins Leben war er nicht alleine. "Ich möchte mich bei all diesen wunderbaren Menschen bedanken, die mir geholfen haben und weiter helfen", sagt Sebastian Görgen. Bei den "wunderbaren Ärzten und Physiotherapeuten in Bitburg, Homburg, Heidelberg und Trier", bei seiner Familie und Freunden, "die mich während der schweren Zeit nie im Stich gelassen und viel für mich getan haben".
Freunde haben unter anderem Sperrmüll geschleppt, damit sein Zimmer bedarfsgerecht gestaltet werden konnte, bei Unternehmungen immer an ihn gedacht und ihn abgeholt, ihn nie aufgegeben.
Auch den Pfalzeler Vereinen und der Firma Kylltal möchte er danken. Das Engagement der Vereinsmitglieder und Unternehmer reichte von kostenlosen Busfahrten, die angeboten wurden, bis hin zu einer großzügigen Scheckübergabe.
1500 Euro hat der Student aus dem Erlös eines traditionsreichen Benefiz-Fußballturniers des TSC Pfalzel erhalten, damit er sich ein Auto mit Automatik kaufen kann, um etwa zur Uni fahren zu können.