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aus unserem Archiv vom 20. August 2012
Autor: Ursula Schmieder Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Monzelfeld Drucken  E-Mail

Seines Glückes Schmied

Wenn Rudolf Roth von seinen ersten Berufsjahren erzählt, zeichnet er Bilder einer längst vergangenen Zeit. Als Schmiedemeister und gelernter Zimmermann musste er sich immer neuen Anforderungen mit dem von ihm geführten und seit 112 Jahren bestehenden Familienbetrieb stellen.

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Monzelfeld. Die 82 Jahre sind Rudolf Roth nicht anzusehen, wenn er sich wie jeden Tag im Betrieb nützlich macht. Auch 50 Jahre nach seiner Schmiedemeisterprüfung kommt er noch jeden Tag her. Allerdings arbeitet er nicht mehr wie früher von früh um sechs bis 20 Uhr und später. Meist kommt er gegen neun. Am liebsten schleift oder stanzt er Kleinteile oder er wartet und repariert Schleifmaschinen. Denn das kann er im Sitzen machen.

Hufe und Holzräder beschlagen


Als der gelernte Zimmermann 1953 beim Schwiegervater in die Lehre ging, war das unvorstellbar. "Wir standen den ganzen Tag am Feuer", erzählt er von der schweißtreibenden Arbeit. Die Hufe von Pferden und Ackerkühen waren zu beschlagen - und die Holzräder der Ackerwagen. Die Eisenbänder mussten jeden Sommer neu aufgespannt werden. Zehn bis zwölf Stahlbänder zogen sie mit drei oder vier Mann pro Tag auf. Ehefrau Anneliese hat das noch im Ohr. "Wenn auf dem Amboss gekläppert wurde, wussten wir, dass die im Feuer erhitzten Eisenreifen aufgezogen wurden." Mehr als 40 Jahre war sie fürs Büro zuständig und führte etliche Jahre Tankstelle und Haushaltswarengeschäft.
Die Traktoren veränderten die Arbeit der Schmiede, die früher auch Pflüge bauten. Vieh war nur noch selten zu beschlagen und es gab gummibereifte Wagen. Das Schmiedefeuer blieb oft aus in dem 1957 von Roth übernommenen Betrieb, der auf Balkon- und Treppengeländer, damals noch überwiegend handgeschmiedet, umstellte.
Roth fertigte Stallfenster, reparierte Schlepper, verlegte Wasserleitungen und baute Bäder, wofür er Fortbildungen besuchte. In den 60er Jahren kamen Edelstahlleitern und -roste für Wasseraufbereitungsanlagen (Hochbehälter) und Kläranlagen wie in Bernkastel-Kues hinzu.
Seit 1993 führt Sohn Markus in vierter Generation Metallbau Roth. Gründer war 1900 Urgroßvater Wilhelm Kölsch, dem Opa Franz 1934 nachfolgte. urs




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