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aus unserem Archiv vom 17. August 2012
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Syrer zieht Verletzten aus Unfall-Auto

Als Augenzeuge eines Unfalls am Ürziger Berg war es für einen Asylbewerber aus Syrien selbstverständlich, spontan zu helfen. Anders als für weitere Passanten, von denen nur einer mithalf, den verletzten Autofahrer aus dem gegen eine Weinbergsmauer geprallten Fahrzeug herauszuholen.

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Ürzig. Sorgen, sich selbst zu gefährden, sind für Warug Agob Brahim kein Thema gewesen, als er spontan einen Verunglückten aus dessen Fahrzeug zog. Der Autofahrer war in den Serpentinen am Ürziger Berg gegen eine Weinbergsmauer geprallt - vermutlich infolge eines Schlaganfalls. Der in der Nähe sitzende Brahim, Asylbewerber aus Syrien, lief sofort hin, um zu helfen. Dass das Auto am Abhang stand und der Motor qualmte, schreckte ihn nicht: "Ich wollte nur helfen."
Der Fahrer habe über Kopfweh geklagt und nach Wasser gefragt, erzählt der 33-Jährige. Da er eine Sprudelflasche dabei hatte, habe er ihm Wasser aufs Gesicht gespritzt und auch auf den Motorblock. Ein weiterer Augenzeuge habe ihm geholfen, den Mann aus dem Wagen zu ziehen, was schwierig war, weil die Tür klemmte.
Irritiert hat Brahim nur, dass nicht mehr Leute mitanpackten, obwohl einige in der Nähe waren und er um Hilfe rief. Auch auf seine Bitte, die 110 anzurufen, habe niemand reagiert. Annelie Zenz, seine ehrenamtliche Deutschlehrerin vom Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage, hatte mit ihm solche Verhaltensregeln geübt. Sie ist stolz auf ihren couragierten Schüler, der als Schweißer Fenster und Türen einbaute und seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Wegen der passiven Zuschauer habe er schon befürchtetet, sich falsch verhalten zu haben. Daher sei er erleichtert gewesen, als Rettungskräfte und Polizeibeamte sich bei ihm für seine Hilfe bedankten.
Für die professionellen Helfer sind passive Augenzeugen keine Seltenheit. Das sei oft zu beobachten, bedauert Udo Horn, Leiter des Rettungsdienstes Vulkaneifel/Bernkastel-Wittlich. Sie würden sich wünschen, dass mehr Leute reagierten wie Brahim. "Das war schon eine tolle Sache", lobt er dessen Beherztheit. Er habe den Verletzten aus dem Wagen geholt und wirkungsvoll Erste Hilfe geleistet.
Helfer sollten sich aber nicht selbst in Gefahr bringen: "In ein brennendes Auto sollte keiner steigen." urs




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