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Weitere Auszeichnung für Brauneberger Spitzenwinzer Haag

(Brauneberg) Der Eichelmann Weinführer hat Oliver Haag für die beste edelsüße Kollektion ausgezeichnet. Der Brauneberger zieht mit Bruder Thomas gleich. Beide zählen zur Weltspitze der Winzer.

09.11.2017
Clemens Beckmann
„Die Rieslinge von Oliver Haag bestechen durch ihre Eleganz und Reintönigkeit, sie sind frisch und lebendig, filigran und komplex, faszinierend klar und lang. Eine Meisterleistung für edelsüße Weine schwierigen Jahrgang 2016.“ Es sind nur wenige Sätze, die Gerhard Eichelmann in seiner Laudatio am Donnerstag in Mannheim sagt. Mehr braucht es aber auch gar nicht. Die Worte geben wieder, wofür die Moselweine stehen und berühmt sind und wohin immer mehr Winzer streben. 

Dass er die Auszeichnung für die beste edelsüße Kollektion bekommt, ist für Oliver Haag nicht neu. Bereits 2013 war der Brauneberger in dieser Kategorie erfolgreich. 

Der Eichelmann ist nach dem Gault Millau Weinführer die zweite große Bewertungspublikation deutscher Weine. Der Eichelmann 2018 umfasst 1248 Seiten. 

Weit über 12.000 Weine wurden verkostet, 940 Weingüter aus allen deutschen Anbaugebieten mit fast 11.000 Weinen hat die Redaktion ausgewählt. Sie legt Wert darauf, dass die gesamte Kollektion von Betrieben unter die Lupe genommen wird und nicht nur die Spitzenweine. 

Die Mosel nimmt regelmäßig Spitzenplätze ein. Nirgends in Deutschland gibt es beispielsweise so viele Fünf-Sterne-Betriebe. Und mehr als fünf Sterne kann ein Weingut nicht bekommen. Oliver Haag hatte bisher viereinhalb. Nun hat er fünf.

„Das ist eine Bestätigung der Arbeit. Darauf bin ich schon stolz“, sagt der 44-Jährige. 2005 hat er das Weingut Fritz Haag von Vater Wilhelm, einer Legende des Weinbaus übernommen und zu weiteren Höhen geführt. Wilhelm Haag war 1994 der erste „Winzer des Jahres“ im Gault Millau, Sohn Oliver wurde darin für die Kollektion des Jahres 2006 ausgezeichnet. 19,5 Hektar an Rebfläche bewirtschaftet er mittlerweile. 

Seine Spitzenweine kommen aus der Lage Brauneberger Juffer-Sonnenuhr. Stolz ist Haag schon, aber er ist bodenständig geblieben. Großes Eigenlob sei nicht sein Ding, sagt er. Lob gibt er eher weiter. Vieles habe er seinem Vater zu verdanken.

Es gibt noch einen Haag, der genauso denkt. Bruder Thomas hat das Weingut Schloss Lieser im Nachbarort Lieser nach dem Kauf aus der Tristesse zu Weltgeltung geführt. Er wurde vom Eichelmann für die beste edelsüße Kollektion des Jahres 2011 ausgezeichnet. Der Gault Millau kürte ihn zum „Winzer des Jahres 2015“.

Die Brüder können eine Besonderheit für sich in Anspruch nehmen. Sie haben sowohl im Eichelmann als auch im Gault Millau die höchstmögliche Bewertung – fünf Sterne beziehungsweise fünf Trauben. So etwas dürfte einmalig sein. 

„Das ist super“, sagt Thomas Haag zum Erfolg des Bruders. Auch er führt einen großen Anteil seines Erfolgs auf Vater Wilhelm zurück. „Er hat uns den Enthusiasmus für den Wein vorgelebt“, sagt Thomas Haag.

Weitere Preisträger 

Das Weingut Kühling-Gillot aus Bodenheim (Rheinhessen) ist vom Eichelmann für die beste Weißweinkollektion ausgezeichnet worden, das Weingut Benedikt Baltes aus Klingenberg (Franken) für die beste Rotweinkollektion. Aufsteiger des Jahres ist Matthias Gaul aus Grünstadt (Pfalz). Den Klassiker des Jahres präsentiert das Weingut Georg Mosbacher aus Forst (Pfalz). Für sein Lebenswerk ist Hermann Dörflinger aus Müllheim (Baden) mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet worden.