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Asphaltguss zum Lückenschluss

Radweg Jünkerath-Losheim soll in diesem Jahr bis Hallschlag fertig werden

(Hallschlag/Jünkerath) Ein durchgehender Radweg von Aachen bis nach Trier: Das könnte schon im kommenden Jahr Wirklichkeit werden. Die komplette Lücke zwischen dem Vennbahnradweg von Aachen und dem Kylltalradweg nach Trier wird voraussichtlich schon Ende 2014 geschlossen, in diesem Jahr soll es bis Hallschlag gehen.

24.10.2013
Christian Brunker
Hallschlag/Jünkerath. Mit dem Rad von der Kaiserstadt Aachen zur Römerstadt Trier - und alles auf eigenen Radwegen? Diese Vision nähert sich der Wirklichkeit. Denn seit dem Sommer laufen die Arbeiten, eine letzte Lücke zu schließen.

Die klafft derzeit noch zwischen dem Kylltalradweg oberhalb von Jünke rath bis zur belgischen Grenze und von dort weiter bis zum Vennbahnradweg. Dieser verbindet seit dem Sommer Aachen durch das Hohe Venn mit dem nordluxemburgischen Troisvièrges auf der Trasse einer ehemaligen Bahnstrecke (der TV berichtete).
Mittlerweile sind die ersten Kilometer von der belgischen Grenze bis auf Höhe Scheid asphaltiert.

"Wir hoffen, bis Ende des Jahres noch bis nach Hallschlag zu kommen", sagt Oliver Arimond vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein. Dafür müssen im rheinland-pfälzischen Teil der Strecke noch vier, im nordrhein-westfälischen Teil noch eine Brücke hergerichtet werden, sagt Arimond.

Auch auf der belgischen Seite, im Abschnitt zwischen Losheim und Bütgenbach, kämen die Kollegen ebenfalls gut voran. Er hoffe nun, dass auch im nächsten Jahr das benötigte Geld bereitgestellt werde. Dann könne man im Herbst 2014 mit den Arbeiten fertig sein.

Insgesamt 19 Kilometer neuer Radweg kämen dann auf deutscher Seite zum Netz hinzu. Rund vier Millionen Euro sind dafür veranschlagt, die Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen teilen sich die Kosten je zur Hälfte. Der Radweg wäre dann die zweite Anbindung der Eifel an den neuen Vennbahnradweg. Bereits jetzt schließt der Eifel-Ardennen-Radweg von Prüm über Pronsfeld und Bleialf in St. Vith an.

Das Ziel hat Harald Enders, Leiter des LBM Gerolstein, schon mehrfach ausgegeben: vom europäischen Leuchtturmprojekt profitieren und viele Gäste in die Eifel locken. Damit würde auch die Vennbahntrasse ein Problem lösen, denn in Troisvièrges ist dort Endstation, eine Fortführung auf luxemburgischen Radwegen nach Süden gibt es derzeit nicht.
Auf deutscher Seite hingegen locke Trier mit dem Anschluss an den Moselradweg, der selbst gut an das deutsche Radfernwegenetz angebunden ist.
Extra
Der neue Radweg von Jünkerath bis nach Losheim verlängert den Kylltalradweg auf der ehemaligen Bahntrasse und hebt damit die Qualität des Abschnitts. Es gibt zwar bereits eine ausgeschilderte Variante, die aber größtenteils auf öffentlichen Straßen verläuft. Deshalb hatte sich der Landesbetrieb Mobilität jahrelang darum bemüht, das notwendige Geld für eine neue Route auf der ehemaligen Bahntrasse zu bekommen. Auch die Grundstücksverhandlungen zogen sich lange hin. Der Radweg nutzt künftig die alte Bahntrasse von Jünkerath über Stadtkyll nach Hallschlag und Losheim. Sie wurde 1912 eröffnet und seit 1963 nach und nach stillgelegt. Seit 2003 fahren dort überhaupt keine Züge mehr. Auch auf der belgischen Seite wird eine alte Bahntrasse genutzt, die von Weywertz nach Losheimergraben führte. ch